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Eine gute Frau.
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freiwillig nach dem schrecklichen Nertschinsk, und umstreifte dort wenigstens die Mauern, in denen ihr Gatte schmachtete, doch ihre Lebenskraft war gebrochen, und ehe eiu Jahr verging, lag sie auf der Bahre. Der sibirische Himmel läßt keine Blume ans ihrem Grabe erblühen, und gleichgiltig tritt der Wanderer auf den Hügel, der eine Märtyrerin der ehelichen Liebe birgt. Möge ihr Andenken wenigstens in unsren Herzen wach bleiben.

Der arme Konstantin W...ski, dem das seltene Glück zn Theil wurde, geliebt zu werden, wie Wenige, sristet heute, verlassen von Allen, ein erbarmungswür­diges Dasein. Vergessen von der eigenen Familie, die wohl Etwas für ihn thun könnte, ist er dem größten Elend Preis gegeben.

Die russische Negiernng versagt dem Verbannten die Wohlthat des Almosens nicht. Die Post geht bis uach Nertschiusk, und Gottes Segen hastet an jedem Pfennig, der dorthin geht, um die Leiden ^ines Unglücklichen zu mildern.

Woche nb e richt. Pariser Botschaften.

Diana von Emile Au gier.

Die erste Vorstellung hatte ich versäumt. Die erste Vorstellung in Paris hat nämlich etwas Feierliches, Eigenthümliches, das an und für sich intcrcssiren muß. Das Publicum entschädigt auch für das schlechte Stück, und wer sein Paris ein Wenig kennt, wie man französisch sich ausdrückt, der hat Gelegenheit, die Berühmtheiten jedes Calibers und jedes Geschlechts die Nevue passiren zu lassen. Die Frauen, die durch ihren Geist oder durch ihre Schönheit oder durch beides berühmt siud, die Männer, die von ihrem Degen oder von ihren Federn leben, die Künstler, die einen Namen haben, so wie die wenigen großen Nentenartistcn, die ein namenloses Vermögen besitzen, die Minister, der Präsident selbst, sie können bei einer ersten Vorstellung im TlMtre franycns oder in der großen Oper nicht fehlen. Das ist eine Celcbritäten-Centralisa- tion innerhalb der großen Centralisation, wie sie nur Paris aufzuweisen hat, und wenn auch der Foyer, wie Alles bei uus, in Belagcruugszustand versetzt ist, es bleibt doch immer merkwürdig, das lebhafte Gespräch, den vagen Meinungsaustausch nach allen Seiten hin mit anzuhören. Und wohl gemerkt, wer die Meinung unsrer von der Kameraderie des Schriftstellerthums umgarnten Feuilletonisten wissen will, der muß sie im Foyer sprechen hören, denn wenn sie einmal den Schlafrock anhaben, und sich aus Berichterstatten machen, dann finden sie in jeder Tasche so viel Empfehlungen und Einladungen, daß sie, ohne Kannibalen zu sein, gar nicht mehr zu einem anständigen Tadel gelangen. Ich habe'diesmal also das Interessanteste versäumt, der Spiritus der geheime» Epigramme der unedirten Sarkasmen, der Kritik avsnt !s lettrs ist mir verflogen, und nur das Phlegma: Augicrs Stück, ist geblieben. Ja wohl nur das