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Gold- und Silberarbeiten, Schmucksachen.
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Gold - und Silberarbeiten, Schmnetsachen

Die Verarbeitung der edlen Metalle diente stets dem Schmucke und der Pracht, aber nicht überall bestaud der Schmuck aus solchen Stoffen, denen wir heutigen Tages den Adel zuerkennen. Die Neigung, sich zu schmücken, ist allen Völkern gemeinsam. Wir sehen sie eben so thätig auf den nutersteu Stufeu der Cultur, wenn der Indianer Amerika's die Unterlippe, der Botokude Lippen und Ohren, der Australier deu Nasenkuorpel durchbohrt, um Holzstöcke oder Ninge in die Oeffnuug zu klemmen, wie auf den hervorragendsten Punkten fortgeschrit­tener Cultur, welche uoch deu Durchstich des feineu weiblichen Ohres erlaubt. Bei den Mädchen wird dieses Durchbohren des Ohrläppchens noch heute in frühester Jugend vollzogen, ein Gebrauch, der über den ganzem Erdkreis und durch alle Epochen der Wettgeschichte von deren asiatischen Anfängen durch das classische Alterthum nnd das Mittelalter bis auf die Gegenwart sich erstreckt. In der Art jedoch, wie die Neigung sich zu schmücken befriedigt wird, zeigen sich die Unter- schiede der Bilduug. In den ersten Stadien des Völkerlebens sind es meist un­verarbeitete Naturgegenstäude oder roh behandelte Naturstoffe, welche den Schmuck abgeben. Die Unterscheidung zwischen edlen und unedlen Stoffen bildet eine höhere Stufe, uud die künstliche, endlich künstlerische Bearbeitung der edelsten Naturerzcugnisse zu Gegenständen des Schmuckes schließt den Entwickelnugsgang. Fortschreitende Cultur bringt größere Mannigfaltigkeit in die Forin der Ornamente, und wenn wir den Zierrath des Körpers Anfangs unter Mäuner nnd Weiber gleich vertheilt sehen, so wird er aus den höchsten Culturstufen meist alleiniges Eigenthum der Frauen. Die Gegenwart säugt an, diese Eigenschaften höherer Bil­dung des Geschmacks zu besitzen. Mau liebt uicht mehr Ueberladnng mit Schmuck, aber man will ihn in schönen Formen auö edlen Metallen und Steinen. Der gebildete Mann überläßt den eigentlichen Schmuck, mit Ausnahme etwa eines Ringes, wenn wir Tuchnadel nnd Uhrkette nicht uubediugt zu den Schmucksachen zählen, den Frauen, welche als die Blütheu des geselligen Verkehrs berechtigt sind, durch Glanz und Farbe die Anmuth ihrer Erscheinung zu erhöhe».

Die amerikanischen Urstämme lieben es, sich mit Schmnck zu überladen, nnd behängen anch ihre Geräthe und Waffen mit farbigen, glänzenden, klappernden Gegenständen. Die verheirathete Fran dieser Stämme trägt Ohr- nnd Hals­schmuck, Armbänder, Ninge an den Fingern, und znm Theil folgen auch die Männer dem lockenden Beispiel. Der Ohrschmuck besteht z. B. in Cylindern aus zusammengerollten Palmblättern, die dnrch Bänder gehalten werden nnd bis auf die Schultern herabhängen. Die Weiber der Arowaken lieben es, die Oeffnungen der Ohrläppchen mit Korkstöpseln auszufüllen, nnd bewahren darin ihre Nadeln znm Nähen uud Auflecken der Kleider. Muscheln, Korallen, Knochen, Thier-