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Luxus und Schönheit im modernen Leben : Wintergärten in geschlossenen Räumen.
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Luxus und Schönheit im modernen Leben.

Wintergärten in geschlossenen Räumen.

Die erste Spur von Wintergärten finden wir schon bei den Römern, denn ihre Adonisgärten scheinen nichts Anderes gewesen zn sein, als eine Art Garten im Zimmer. Näher liegt uns der Wintergarten Albert des Großen (Albertus Maguus), welchen derselbe im 13. Jahrhundert in Köln besaß. Der berühmte Philosoph gab darin am 6. Januar 1249 dem römischen König Wilhelm ein glänzendes Fest zwischen fremden Gewächsen und blühenden Bäumen.

Doch erst seit der Einführung der Orangerien in die nördlichen Länder Europa's, zu Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts, noch mehr aber, seitdem die Gewächshäuser sich mit Pflauzen aus allen Theilen der Welt anfüllten, sind Gewächshäuser ein Gegenstand des Luxns geworden, und es ent­standen Gebäude, welche uicht sowol den Zweck hatten, die Gewächse gegen die Härte des nordischen Winters zu schützen, sondern in welchen man auch mitten im Winter sich den Genuß der grünenden, blühenden Natur zu verschaffen suchte: sogenannte Wintergärten. Sie wurden mit großem Luxus erbaut und ausgestattet. Einige derselben enthielten die seltensten Gewächse, besonders Palmen, die auf eigeus dazu ausgerüsteten Schiffen aus ihrem Vaterlands geholt wurden; serner auslandische Vögel, Felsen, Wasserkünste n. s. w. Andere bestanden aus großeu prachtvollen Orangerien, worin die Bäume mehr mit Rücksicht auf Schönheit, als auf Zweckmäßigkeit aufgestellt waren.

Der erste eigentliche Wintergarten, welcher diesen Namen führte, wurde vou dem Fürsten Potemkin am Taurischen Palast in St. Petersburg ungefähr um das Jahr.1770 angelegt, als der berühmte Günstling der Kaiserin Catharina II. einen Glanz entfaltete, der selbst den Hof seiner hohen Gebieterin verdunkelte. Der dazu dienende Saal war so.groß, daß später, nachdem der Wintergarten eingegangen war, ein Bataillon Soldaten darin zu exerciren Pflegte. Die ganze Länge betrug 600 Fuß. Ungeheure Fenster erleuchteten das mit einer Kuppel gekrönte uud mit eiuer Säulenrotunde versehene Prachtgebände. Den ringsum laufenden Säuleu hatte man das Ansehen von Palmeustämmen gegeben, die in künstlich gebildete und an die Decke gemalre Blätter und Wedel verliefen. Die Kieswege wanden sich zwischen ausländischen Blnmengebüschen und Alleen von blühenden und mit Früchten versehenen Obstbäumen uud Orangen, über kleine Hügel, und führten zu Felsen, Grotten mit Spiegelglas und Muscheln verziert, Bassins mit Gold­fischen, zu versteckten Lauben u. s. w. Ueberall waren Werke des Meisels, als Statuen, Vasen zc. angebracht, und die Mitte des Gartens zierte die Statue der Kaiserin von carrarischem Marmor. Potemkin gab darin glänzende Feste, wo bei glänzender Beleuchtnng Alles aufgeboten wnrde, den Sinnengenuß zu erhöhen,