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Ludwig Richter.
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letzen. Für Richter's Formendarstellung sind besonders interessant die größeren Zeichnungen zu Musäus, welche je eine Hauptfigur oder Gruppe zu jedem Märchen darstellen. Diese gehören ohne Frage zu dem Schönsten, was Richter in dieser Gattung gemacht hat; allein man darf ihren Werth nicht nach den etwas stumpfen Lithographien schätzen, sondern die Zeichnungen, welche im Städet'schen Institut in Frankfurt sind, können allein die richtige Vorstellung von der Grazie und Vollendung dieser Compositionen geben.

Das gilt nun sreilich bis zu einem gewissen Grade auch von den Holz­schnitten. Richter, der zum großen Theil selbst auf Holz zeichnet^, hat sich sür diese Compositionen eine einfache, aber feine Manier ausgebildet, welche der Technik des Holzschneidens entspricht, die jetzt, nicht zum geringsten Theil durch die Ausgaben, welche Richter ihr gestellt hat, eine bedeutende Ausbildung erreicht hat und eine ganz feine Behandlung der Strichlagen erlaubt. Den Mißbrauch aber, den Holzschnitt zu einer Ausführung und zu Tonwirkungen hinaufzuschrauben, wo er, in das Gebiet des Kupferstichs scheinbar gehoben, seine eigenthümlichen Vorzüge verliert, hat Richter nie gebilligt noch begünstigt. Was auch in größeren Blättern sich leisten läßt, hat das erste Heft vonErbauliches und Be­schauliches" gezeigt, in welchem die badenden Kinder ein Juwel reizender Anmuth und auch in der technischen Ausführung ein Meisterstück sind. Aber wie unendlich stehen doch selbst die trefflichsten Holzschnitte den Handzeichnungen des Meisters nach und geben von der Feinheit des künstlerischen Gefühls, das in diesen sich ausspricht, nur eine entfernte Ahnung.

Daher, wie sehr wir die unerschöpfliche Productivität Richter's in seinen Illustrationen bewundern, wie dankbar wir uns der schönen Gaben erfreuen, mit denen er die Gegenwart beschenkt, wollen wir dem Künstler in Wahrheit gerecht werden, müssen wir ihn mahnen, daß die Nachwelt am dringendsten nach den großen Werken fragen wird, zu denen er durch sein schönes Talent berufen ist.

Vergangene Tage,

von Karl Gutzkow. *)

In diesenvergangenen Tagen" hat Gutzkow die Wally, die bisher von seinen gesammelten Werken ausgeschlossen war, dem Publicum wieder mitgetheilt, und außer einer neuen Vorrede zwei auf jenen Noman bezügliche Streitschriften aus den Jahren 1836 und 1836 hinzugefügt: dieAppellation an den gesun-

Frankfurt a. M. Litcrarischc Anstatt; auch als 4 3. Band der gesammeltcn Wcrkc.