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nur ein kleines Stück des Himmels erblickt, und die wunderlichen Zacken, die von der Decke herabstarren nnd durch das Wasser hcranfschimmern, der stille, klare, und doch unergründliche Wasserspiegel, der in seiner Tiefe ein Geheimniß zu bergen scheint — Alles vereinigt sich zn einem einzigen Anblick.
In die Einsamkeit dieses geschlossenen Thals, an die User der „Königin der Quellen", floh Petrarca aus dem wüsten Treiben der päpstlichen Residenz „des westlichen Babylon", von deren Ruchlosigkeit er ein abschreckendes Bild entwirft. Hier war, hart am User, uuter dem Schutz der Thalwinde sein Hänschen; nicht den Nymphen, sondern der heiligen Jnngfran wollte er darin einen Tempel errichten. Hier hoffte er die Glnth zn dämpfen, die ihn viele Jahre hindurch verzehrte, mit dem Gemnrmel der Sorgue seine Leidenschaft in Schlaf zu lulleu. Vergeblich, sie wurde nur heftiger, und machte sich nnn in jenen Gedichten Lust, „über die ich jetzt", so sagt er in einem in höherem Alter geschriebenen Briefe, „Scham nnd Rene empfinde, die aber von Denen, die mit derselben Krankheit behaftet find, wie ich höre, mit größtem Beifall aufgenommen werden." Aber auch seine „Afrika" hatte er hier begonnen, die ihm den poetischen Lorbeer eintrug, nnd er glaubte, hoffen zu dürfen, daß Vaucluse bei Vielen nicht weniger dnrch seinen Namen, als durch die wunderbare Quelle berühmt sei.
Daß Petrarca's und Laura's Namen aus dem Gedächtniß des Volkes nicht schwinden, dafür sorgt die Spekulation. Vaucluse hat ein clv?6ti'arquv",
ein ,,Ill>l<;l 6<z ?6triU'eiuv o>, cle I.mux'" uud eine Diligence, die von Lisle nach Avignon fährt, heißt sogar ,>w l.!nu<; I^slois«?." Das vermeintliche Grabmal Laura's in Avignon haben die Vandalen der Revolution im Jahre 1791 zerstört. Eine Burgruine aus der Felswand des linken Uftrs erklärte mein kleiner Savoyard für „Ic; olMvau 1'vtrarqnv." „M l^m'«; ? <1<;lnorn-M aussi", setzte er hinzn, aber weiter wnßte er mir keine Auskunft zn geben.
Pariser Botschaften.
Die neuen Zustände Frankreichs haben besonders viel Lehrreiches für die allgemeine Anschauungsweise der großen Massen in der modernen Gesellschaft. Das bezeichnende Merkmal der Jahrhunderte drückt sich in dem Gelingen des Decemberstreichs noch besser und deutlicher ans, als in der Februarrevolution selbst. Es fehlt der Patriotismus. Die Liebe für freies Selbstregiment, die antike Freiheitsliebe hat noch keine Wnrzel im Volke. Die Lehre der Socialisten, der modernen nämlich, war keine Vorlänferin, noch weniger eine Ursache der socialmateriellen Bestrebungen, die sich in den letzten Jahren kundgegeben haben, sie war vielmehr eine Konsequenz der in unsrer Zeit angeborenen Jnstincte und
Grenzboten. I. 15