Beitrag 
Luxus und Schönheit im modernen Leben : der Ungarwein.
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38

ser Zeit an dem Unglück, daß ihn Alle tranken, welche in das Land kamen, Kaiserliche, Russen, Serben, Walachen, Hnsaren und Honveds. Alle ohne Andacht und ohne ihn zu bezahlen. Viele alle, berühmte Nebenpflanznngen sind greulich verwüstet, viele Sitze der Gutsherren zerstört oder confiscirt, viele geheimnißvolle alte Keller sind ansgetrunken, und kostbare Weine, welche der Be­sitzer buchstäblich mit Silber ausgewogen hätte, sind auf den Kellerboden aus­geschüttet worden. Die Nebenpflanznngen wachsen schnell nach, aber der Scha­den an alten Weinen ist nie wieder gut zu machen.")

kleine Correspondenz.

Der neue preußische Orden. Das Statut des königlichen Haus­ordens von Hohenzollern, welches vom 23. August 18ö1 datirt, aber erst am 13. Oetobcr 1831 durch den Preußische» Staatsauzciger publicirt wurde, ist eiucr größeru Beachtung durch die Presse werth, als ihm bis jetzt zu Theil wurde. Denu cS enthält manche originelle Bestimmuugeu, welche die Ansichten uud Juteutiouen des leitenden Geistes von Preußen in charakteristischer Weise erkennen lassen. Der Orden ist eiuc Erweiterung des fürstlich hvheuzolleruscheu Hausordeus, und soll au solche verliehcu werden, welche sich um die Erhaltung des Glanzes und der Macht des köuigl. Hauses verdient gemacht und eiue besoudcre Hingebung an den König und sein Haus an den Tag gelegt haben. Da Schreiber dieses das Unglück hat, den Glanz und die Macht des königl. Hauses von Preuße» für abhängig zu halten von dem Glanz und der Macht des Preußischen Staates, uud da er ferner das Unglück hat, seine Sorge um Preußens Ruhm und Ehre zugleich für die edelste uud beste Hingebung an den König und sein Haus zu halten, so hat er allerdiugs keine Aussicht, für sich selbst diesen Or­den zu erwerben. Wol aber mag mancher von Ihren Lesern, dessen größte Schwäche ist, Ihre Wochenschrift trotz ihrer schlechten Gesinnung gegen Preußen zu lesen, durch die folgende Mittheilung veranlaßt werden, für sich den silbernen Adler dieses Ordens ge­gen Erlegung von 1ö00 Thlr. zu erwerben.

Zuerst fällt an dem Ordensstatut der etwas complieirte Bau der Ordensklasscn auf. Während sonst ein gewöhnlicher begehrungswerther Orden seine zwei, drei, vier Klassen hat, welche einfach wie Treppenstufen zu der Höhe des breiten Bandes und großen

*) Da cS zur Zeit nvch an zuverlässigen Angaben über die Veränderungen und Verluste durch die Kriegsjahre fehlt, so mußten wir bei einzelnen Angaben uns an die Jahre vor -1848 halten. Die statistischen Notizen sind dem gründlichen Werk von Franz Scham6: Ungarns Weinban, Pest. O. Wigand, 1832 entnommen. Wir empfehlen das Buch Allen, welche Ausführliches nachzulesen wünschen. Noch sei bemerkt, daß die hier angegebenen Maße Prcßburger Eimer von 67 ungarischen Halben sind. -18 Prcßburger Eimer '17 Wie­ner Eimern -10 Hectoliter.. Nach den Preisconranten von Franz A. Jalics uud Comp. zu Pest kostet gegenwärtig bei ihm der Eimer (ohne Faß) der meisten Roth- und Wcißweiue « von 1030 Guldcu; Hcgyallyer zweibnttigcr 3033; Tokayer Auöbruch 50100; Essenz ,001L0; Meneser Anöbruch 2460Meneser Maszlas 2022; Nnster Ansbrnch 2430; Nüster Maszlaö 20-22 Gulden. >