Beitrag 
Oestreichische Finanzen.
Seite
465
Einzelbild herunterladen
 

465

zu können, und ihr Credit ist der Einwirkung aller ungünstigen Ereignisse blos­gelegt."

Freiherr von Stifft findet iu der gegenwärtigen Ausdehnung der Notenemis­sion keine Beruhigung, und setzt hinzu:Noch viel weniger läßt sich erwarten, daß die Summe von 355 Millionen Guldeu Papiergeld die Verwechslung gegen Metallgeld jemals ermöglichen oder geeignet sein könnte, der Entwicklung der Nationalökonomie uud Industrie förderlich zu sein."

Die Entwerthuug der Banknoten ist nicht allein im Coursblatte ausgedrückt, sie ist iu einem weit uugünstigern und sehr nachtheiligem Verhältnisse in allen Lebensbedürfnissen und in den Erzeugungskosten enthalten. Dieser Krebsschaden kann nur iu der Beschränkung der Notenemission sein Heilmittel finden, und es mag in Zukunft die Nationalbank Staats- oder Privatbank sein, dieses kraule Glied muß von dem gesunden Körper abgelöst werden.

Auf den Schlußseiteu der Brvchüre beißt es:auf eiuem durch grundsätzliche Fehlgriffe durchwühlten Boden der Gcldcirculativu läßt sich kein dauerhaftes Ge­bäude gründen."

Die Worte des Baron Stifft sind deshalb von größerer Bedeutung, weil er bei etwaigem Ministerwechsel ein Aspirant auf das Portefeuille der Finanzen ist. Wenn ein solcher Mann sein «iiimnatnr über das Gebahren im Geldwesen aus­spricht, so sollte der Minister anderswo als auf der Börse den Gruud suchen, weshalb das Silberagio steigt; das allgemeine Mißtrauen findet aber hierin seine volle Rechtfertigung. Mag auch der Cours abwechselnd sich besser stellen , es ist dennoch nur ein Schlimmerwerden zn prophezeiheu. Ist das neue Anleihen voll eingezahlt, so versiegt auch dieses Bächleiu zur Vermiuderuug der Banknoten, während andererseits der Strom für staatliches Geldpapier durch Herausgabe der verzinslichen Reichsschatzscheine noch höher anschwillt.

Wir werden den Geldzuständen Oestreichs fortwährend unsere Aufmerksamkeit widmen, da sich außer den materiellen Interessen auch die politischen daran knüpfen.

Auftritt Felix.

Wer sich durch deu Schein trügen läßt oder wer auch heute noch der Pa- trimouialidee, dem großen Spruch l'vtst c'est moi zu huldigen vermag, dem wird es unzweifelhaft scheinen, daß die bekannte Phrase Austritt Felix, sich gerade in der letzten Zeit, wo ein Felix in Person das Staatsruder führt, in sofern be- Grenzboten. 18S0. 59