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Deutsche Staatsmänner. II. : Otto Freiherr von Manteuffel.
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häugig sei, war er wortkarg, zurückhaltend, unruhig, selbst wo er entschlossen war. Seitdem ist er redselig geworden, er plaudert beständig, was es auch sein mag; wie er in der ersten Kammer seine Verbrüderung mit den Spionen ausschwatzte, wie er erzählte, man wolle ihm an's Leben, aber er würde seine Feinde schon zu fassen wissen, da kannte man sich eines gewissen Mitleids nicht erwehren. Die Verhandlungen des Waldcck-Ohm'schen Processes haben nicht allein die Partei der Krenzzeitnng getroffen, sondern auch das Ministerium, das sich mit ihr com- prvmittirt hat, ja sie haben es mehr getroffen als jene, denn die Einbläser des Ohm und Gödschc haben sich nie über die Nainr ihrer Kreaturen getäuscht, sie haben in iiiitjoi'vm l)<?i die entsprechenden Mittel gebraucht; sie zürnen

dem Gericht, weil es das Recht über die Partei stellt. Derehrliche" Mann da­gegen, der Politiker der Umstände, weiß sich in diesen Ausgang nicht zu finden; er hat sich der Gewalt der Umstände so vollständig hingegeben, daß er bei dem besten Willen Recht von Unrecht nicht mehr zu unterscheiden vermag. Wie jener Geistcrbanner, der sich vor seinem eigenen Spuk entsetzt, sühlt er seine eignen Sophismen als eine fremde Macht, von der er abhängig ist.

Popularität ist ein mißliches Ding. Sie hängt sich an die Erscheinungen des Augenblicks. Kein Name ist jetzt bei der conservativen Partei in Prenßen popu­lärer als der des Herrn von Manteuffel. Aber es ist, wie bei Lamartine vor zwei Jahren, eben nur der Name, ein neutraler Boden, auf welchem die Gegen­sätze noch gebunden sind. Die Parteien, die einzeln noch nicht fähig sind, für sich aufzutreten, halten sämmtlich an ihm fest, sobald aber einer von ihnen so weit erstarkt sein wird, selbstständig zu sein, so wird nicht sie allein, so werden sie Alle den Mann der Umstände bei Seite werfen.

Oestreichische Finanzen.

Ehe es zur Ordnung der östreichischen Finanzen oder zum Bruche derselben kömmt, wird den Interessenten an dieser schwebenden Frage noch manche bange Stunde verfließen; so viel auch schon darüber geschrieben wurde, ist doch noch immer nicht der Schlüssel zu all den Wirren und Verwicklungen gegeben. Die Revolution hat sich von der Straße in die Geldkisten, vom Schlachtfeld auf die Börse, von der Aula in die Landwirthschaften gezogen, und hier sind die brutalen Kräfte der Schnß- und Stichwaffen nicht im Stande, einen wohlfeilen Sieg zn erfechten, sondern im Gegentheil je stärker das Heer, desto größer die Verlegen­heiten , desto schneller die Niederlage. Die Armuth eines Landes ist nicht immer - ' . , ' ,' ' ,58*