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Ein demokratisches Manifest.
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dern ergreift, mit einem Wort, daß es selber nicht weiß, was es will. Wenn wir in dieser Ansicht recht hätten, so könnte eine Theilnahme an den bundesstaat­lichen Bestrebungen Preußens keinen Nutzen haben, nnd Sachsen verführe auf alle Fälle am zweckmäßigsten, wenn es abwartete, was in Erfurt vor sich geht.

Diese Anficht können wir aber nicht mit objectiver Gewißheit begründen; wir müssen selber gestehen, daß Manches dagegen zu sprechen scheint, namentlich was man sich von den Militär-Verträgen mit Baden und Brannschweig erzählt. Sollte sie irrig sein, was wir seit den neuesten Nachrichten, namentlich seit der königlichen Ernennung der Mitglieder des Staatenhauses, weniger hoffen als je so würde Niemand eine herzlichere Freude darüber haben, als wir.

Kleine Cyrrespondenzen und Notizen.

Plaudereien ans Paris. Sie haben wohl gelesen, daß unser zukünftiger Kaiser Niemand in ganz Paris nennt den Präsidenten anders den ersten Schritt znr Begründung einer Militärherrschaft dadurch gethan, daß er Frank­reich in vier strategische Districte getheilt hat. Paris steht unter dem Befehl des Generals Changarnier, Gemecm cvmmandirt den Bezirk Lyon, Nostolan Mont­pellier und Kastellane Bordeaux. Diese liebenswürdige und gescheite Einrichtung scheint das Häkchen zu sein, an dem ein langer und starker Faden angeknüpft werden dürste, der sich noch in den cnrivsesteu Formen abwickeln wird. DaS Ende der ersten Präsidentschaft der ueuen Republik rückt immer naher heran, und Jedermann ist begierig auf die Ereignisse, welche zweifelsohne in seinem Gefolge kom­men werden. Wollte man ein Augurium gründen auf das Benehmen des Präsidenten selbst, so könnte dies sür ihn nur höchst günstig ausfallen. Er lebt mit solcher Sicher­heit in den Tag hinein, wenigstens vor den Augen der Welt, bestrebt sich so sehr, mit Pracht und Glanz die Hohlheit seiner Stellung zu übertünchen, daß auch ein geübter Blick von ihm getäuscht werden mag. Selbst unter dem Königthum entwickelte sich nur selten der Luxus und die Ueppigkeit, die Napoleon Louis bei deu vielen Festen und Bällen, welche er in dieser Saison veranstaltete, zur Schau zu stellen wußte. Freilich haben die Säle der Tnilcrien ehedem eine ganz andere Gesellschaft gesehen, wie jetzt diejenigen des Elysoe nationale, der Rotürier hat die Vicomtes verdrängt, und schwere Nagelschuhe bohren in dem spiegelglatten Parqnet, das nur für Atlasschuhe gelegt wor­den ist. Es ist dies in der That ein seltsamer Anblick, zwischen den strahlenden Daiucnreihen der Salons des Präsidenten, Gestalten umherwaudcln zu sehen, deren Abenteuerlichkeit der lose Griffel des Charivaristen kaum ganz getreu wiedergeben, geschweige denn noch cari- kiren kann. Denn wenn gleich die Herren vom Berge, die Männer des Phalanstcri- ums und der Barrikaden die erbittertsten politischen Feinde des Prinzen Louis sind und ihn mehrmals schon in Anklagestand versetzen, ja geradezu in Biucennes einsperren wollten, so hindert sie das doch keineswegs, große Freuude seines Cham­pagners und demzufolge auch Besucher seiner Bälle und Soireeu zu sein! Alle Mitglieder der Nationalversammlung sind selbstverständlich immer geladen. Und da schlürft denn der dicke Pierre Leroux, dieses untersetzte Drittheil der heiligen so­cialistischen Dreifaltigkeit, sauer-süst lächelnd über den glatten Boden, nnd die etwa im Plafond hausenden Spinnlein flüchten vor seinem gräulichen, schmutzigen, nach allen