Beitrag 
Vom schleswig-holsteinschen Heere.
Seite
685
Einzelbild herunterladen
 

085

wirknnglos abgeprallt. Unsere Sache hat mit Feinden zu kämpfen, von denen die offenen im dänischen Lager nicht immer die unangenehmsten sind. So hat uns auch ein guter Theil der deutschen Presse durch Tactlosigt'eit mehr geschadet, als gewitzt. Einzelne Korrespondenten lnngern in unserm Hauptquartiere umher, um irgend eiue Neuigkeit durch dritte uud vierte Hand zu erfahren und möglichst ausgeschmückt ihreu Leseru mitzutheilen. So sind denn oft alberne Zeitungs­nachrichten über unsere mährcheuhafteu Heldenthaten eutstandeu, die der schleswig- holsteiuscheu Sache nur geschadet, in unserm Heere selbst gerechten Widerwillen hervorgerufen haben, nnd von der dänischen Presse begierig aufgegriffen wor­den, uns in lächerliches Licht zu scheu. Einige Osficiere von uns haben sich wiederholt deu Scherz gemacht, bekannten Zcituugscorrespoudenten Geschichten s. 1a Münchhausen aufzubinden, die dann oft selbst in sonst achtbare Blätter übergingen. Jetzt ist übrigens durch eigenen Armeebefehl sehr vernünftig allen Ofstcieren untersagt worden, sich öffentlich über Operationspläne und sonstige Kriegsangelegenheiten ausznsprechen. Ein anderer Nachtheil, den uns die deutsche Presse zufügt, ist ihr ewiges, oft wirklich unverständiges Drängen zu eutscheideudeN Schritten, ohne daß sie die wahren Verhältnisse irgend zu be­urtheile« vermag. Wahrlich, das Gesiudel unter den Zeitungscorrespondenten scheint zu glaubeu, daß wir uur dazu da wären, um ja recht vielen Stoff zu pikanten Zeitungsartikeln zu lieferu. Weuu solch uuuützeö Geschwätz auch hier bei uus im Heere selbst nicht den mindesten Einfluß hat, so dient es doch mit dazu, die kaum erwachteil Sympathieu für unsere Sache im übrigen Deutschland schwächen zu helfen, uud schadet so dem schleswig-holsteiuscheu Volke nicht wenig.

Biographien unbernhmier Muffen.

2. Schicksale eines nnirten Popen.

Bekanntlich war die unirte Kirche, die sich innerhalb des russischen Gebietes nnr iu deu vormals polnischen Ländern, besonders in Kleinpolen und Lithauen studet, ursprünglich rein griechisch. Erst im 17. Jahrhundert, als die Jesuiten m Polen zu Ansehen gelangt waren, arbeitete die polnische Regierung darauf hin, die Griechen der römisch-katholischen Kirche znznführen. Eine völlige Einverleibung war nicht möglich, eine sehr bedeutende Annäherung aber wurde durch kluge Nachsicht der Negierung uud durch den Patriotismus der Griechischgläubigen erwirkt. Denn öffentlich sprachen sie es aus: iudem sie sich der apostolischen Kirche, soweit es ihr Gewissen erlaube, näherten, stehe ihnen besonders das Wohl der Republik vor Augen.