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so zu der deutschen Frage, so zn der Schweizerangelegenhcit. Daher nirgends ein Er« solg — der Nadicalismus siegte in der Schweiz, der Versuch der ständischen Monarchie mißlang, die deutsche Bundesrcorganisation verklang in den ausbrechcnden Stürmen. Eben dasselbe trat ein, als die Märzrcvolution die alten Zustände niedergeworfen hatte. Er wurde in den Rath des Königs gerufen, als der Bruch mit der Nationalversammlung geschehen und ein rascher, umfassender Sieg ans diesem Wege unmöglich war. Warum hat er nie ans dem Ganzen schneiden, warum immer nur Flickwerk machen müssen? Wird man aber gerecht sein, wenn man ihn danach beurtheilt?" Bewiesen müßte doch erst werden, daß ein Anderer bessere Erfolge bewerkstelligt hatte. Die Scheu vor Blutvergießen, die ihm so viel Schmähungen zugezogen, hat außer der humanistischen Rücksicht noch eine wichtige Begründung. Die Kriegsfall würde jetzt unausbleiblich einen Völkerkrieg entzünden, in dem Preußen seine edelsten Kräfte fast ebenso erfolglos verschwenden würde, wie das kleine Schleswig-Holstein jammervollerwcise die scinigcn. Die blutigen Thränen, die man über das Morden in diesem unglücklichen Lande weinen möchte, können eben nur durch die traurige Ueberzeugung einigermaßen gelindert werden, daß Preußens Hilfe nur einen größern Krieg mit ebenso geringen Erfolgen herbeiführen würde. Denn so stattlich das preußische Heer auch ist, gegen ganz Europa kann es nicht Stand halten. Daß Nadowitz trotzdem immer von Zeit zu Zeit rüsten und doch die Soldaten nicht todtschlagen läßt, wird ihm ebenfalls zum bittern Vorwurf gemacht. Da abc'r das Erstere genügt, um dem Feind zu imponiren, wozu das Letztere? Erinnert diese Forderung nicht an die jüdische Maxime: da es 'mal bezahlt ist, muß eS auch genossen werden? F. v. H.
Aus Berlin.
— Wenn der Kladderadatsch auf der einen Seite den Herrn von Nadowitz, auf der andern einen beliebigen Oestreicher Kanonen abfeuern läßt, die weder mit Kugeln, uoch, wie die neuere Philosophie es verlangt, mit „Ideen", sondern mit „energischen Noten" geladen sind, so hat er freilich ganz Recht, in der Mitte den Banquier, der sich aus die sichere Realität des Geldsackcs stützt, sagen zu lassen: Macht mir keine Flausen! — Ganz gewiß ist weder dem Einen, noch dem Andern der beiden Parteien ernstlich daran gelegen, sich den Chancen eines Krieges zu unterziehen. — Allein es ist doch ein gefährliches Spiel, das sie treiben, und es könnte sich leicht ereignen, daß sie sich eines schönen Morgens in der Lage Wallensteins fänden, als sein Vertrauter Sesyn gefangen war, und er sich selber sagte: Wär's möglich? könnt' ich nicht mehr, wie ich wollte? — Zwar könnten die allgemeinen Theorien von der rechtlichen Fortdauer des Bundestags und von dem Recht der souveränen Fürsten, in eine freie Union zu treten, noch lange ganz bequem neben einander hergehen, wenn es nur nicht so viele Gelegenheiten gäbe, wo diese Theorien auf das Gebiet der Thatsachen angewendet werden müßten. — So steht es in Kassel. Preußen ist hier in einer ungünstigen Lage. Nach seiner Theorie muß es den einzelnen Fürsten verstatten, sich mit einander zu Schutz- und Trutzbündnissen zu vereinigen, also auch dem Kurfürsten von Hessen und seinen Alliirten der Eschcn- heimer Gasse; so wie es selber unzweifelhaft in einem der Unionsstaaten intcrveniren würde, wenn die Negierung gefährdet wäre, so ist nicht recht abzuschn, wie es der Liga innerhalb ihres Umfangs dieses Recht bestreikn will, da es sich zu der offenen Erklärung,
Greuzboten. IV. 1850. , 85