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durchaus nicht dulden darf, und daß dies „von der geringen Achtung zeige, welche man im Auslande noch immer vor der Wiener Großmacht hege," da man „einen östreichischen Unterthan, abgesehen davon, daß er ein Agent der Negiernng sei, trotz seiner guten Legitimationsdoeumcnte, auf Befehl eines verschollenen Agitators ausweist;" aber die Bewohner von Kleinasien kennen die östreichische Großmacht nicht einmal vom Hörensagen und sehen hingegen die dampfenden Delphinen des Lord Firebrand täglich an ihren Küsten vorbcischwimmen, und diese sind doch etwas mehr als die „Legiti- mationsdocumente eines östreichischen Agenten."
Bon unsern Localverhältuissen kann ich Ihnen nichts Erhebliches melden. Die politischen Verbrecher werden verurthcilt, die Vernrtheilten werden zn Festungsarrest begnadigt, die Begnadigten werden amnestirt, die Amnestirteu werden vorgeladen und ausgcschafft, die Ausgeschafften werden unter besondere Ueberwachung der Polizei gestellt, bis man wieder ein Verbrechen entdeckt und vom Anfang beginnen kann. Verordnungen nud neue Steuerarten regnet es auf uus in Strömen herab. So wurde jüngstens verordnet, die Buchhändler sollen die Zeitnngsblätter nicht in die Auslagen vorlegen, weil die Leute sich dort versammeln, um diese Blätter zu lesen, und dadurch — glauben Sie vielleicht, zn viel demokratische Principien einsangen? O nein! dafür hat unser Generaleommando schon gesorgt, sondern — das Trottoir verstellt wird. Es gibt doch nichts Höflicheres über einen östreichischen Soldaten! Ferner wurde die Anfertigung von Braecletten, Nadeln u. f. w. aus ungarischen Münzen bei strengster Strafe untersagt; und ein gewisser Abasi meldet seinen Freunden im M^m' llirlap, sie mögen ihre Sendungen einstellen, da die Sammlung von Volksliedern, welche er herauszugeben beabsichtigte, durch die Polizei im Manuscript confiscirt wurde.
Graf Cziräky hat das Präsidium der Fiuanzverwaltung ausgeschlagen; Szögycmi wird die Statthalterstelle ciusschlagen, und sollte bei Ihnen Jemand glauben, was die Wiener Blätter in jüngster Zeit ausposaunen, daß nämlich Dcak gesonnen sei, ein hohes Amt bei der Regierung anzunehmen, so sagen Sie ihm, daß der Kaiser von Oestreich zwar viele Krouen hat, und sich vielleicht entschließen könnte, eine derselben für einen guten Dieust hinzugebeu, aber Deack kann unmöglich die einzige, die er besitzt, mnthwillig in den Koth werfen wollen. /X
Literaturblatt.
Lyrische Poesie. Gedichte von Julius Sturm. 1850. Leipzig, Brockhaus. Gedichte von B. Carneri. 2te Aufl. 1850. Leipzig, Brockhaus. Gedichte von Julius Sehr ad er. 1849. Berlin, Trautwein. Monatsmährchen, Bilder und politische Gedichte von Gustav v. Meyern. 1850, Leipzig, Vrockbaus.
Gedichte von Lcbrccht Dreves, herausgegeben von Jos. v. Eichendorff. 1849. Berlin, M. Duucker.
Der Schuster zu Jspahan. Neupersische Erzählung in Versen von Fr. von
Heyden. Leipzig, Brandstätter. Hausschatz englischer Poesie von Dr. O. L. B. Wolfs. 2te Auflage. 1848. Leipzig,
Vereins - Verlagsbuchhandlung. Die couservative Partei hat gesiegt! Schon.sammeln sich die weißgekleideten Jungfrauen, mit Nosen und Myrthcn im Haar, um ihr Banner zn weihen! Das wilde Schlachtlied der Demokraten ist verstummt, die Dichter singen den Unterschied zwischen wahrer nnd falscher Freiheit. „Das Reich der Freiheit", lehrt uns Herr Sturm: