452
Nicht so gut ging es mit U hl and und Geibel. Ich besinne mich noch, wie ich von Leiterin ein hübsches Lied übersetzte, welches ich seitdem in Deutschland oft wieder gehört uud immer lebhaft dadurch an Mirza-Schaffy und sein Urtheil erinnert wurde. Ich meine das Lied:
Die stille Wasserrose Steigt aus dem blauen See, Die Blätter flimmern und blitzen, Der Kelch ist weiß wie Schnee.
Da gießt der Mond vom Himmel All seinen gold'nen Schein, Gießt alle seine Strahlen In ihren. Schoos hinein.
Im Wasser um die Blume Kreiset ein weißer Schwan, Er singt so süß, so leise, Und schaut die Blume au.
Er singt so süß, so leise, Und will im Singen vergeh'n; O Blume, weiße Blume, Kannst Du das Lied versteh'u?
Mirza-Schaffy schüttelte den Kopf und schob das Lied bei Seite mit den Worten: „Ein thörichter Schwan!"
— „Gefällt Dir das Lied nicht?" — fragte ich meinen Lehrer.
„Der Schluß ist umveise", erwiederte er, „was hat der Schwan davon, im Singen zu vergeh'n? Er schadet sich damit und nützt der Rose nichts. Ich würde geendet haben:
Er faßt sie mit dem Schnabel Und trägt sie mit sich fort!"
^«ele^ia nMttans.
Die schottische Kirche in ihrem dreihundertjährigen Kampfe. Von I. G. Merle d'Aubtgni. Deutsche Ausgabe, besorgt und bevorwortet von Dr. Otto Viebig. Leipzig, Wolfgang Gerhard. 1851.
Der Verfasser des Buchs, welches uns veranlaßt, auf eine Frage näher einzugehen, die zu den wichtigsten unserer gegenwärtigen Politik gehört, die Frage von der Freiheit der Kirche/ ist einer von jenen protestantischen Geistlichen, die mit einem gluheuden Eifer für die Wiederherstellung der kirchlichen