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lesen und zu drechseln. Daher kümmert sich Niemand um die Beleidigungen der Zeitungen und um die Zeitungsredacteure selbst. Aber dennoch bleibt die Presse in Amerika ein mächtiges Werkzeug der Civilisation. Sie unterhält mit Kraft die Bewegung, welche den Boden nmwühlt, die Erde befruchtet uud Städte emporsteigen macht. Sie hat ihre Fehler und ihre Sünden, wie Miß Martineau sagt; oft stellt sie nur den Rauch der großen, sich ewig fortbewegenden Dampfmaschine dar. Eine weitere Entwickelung wird erst in der Zukuuft stattfindeu; jetzt siud die amerikanischen Zeituugeu blos Locomotiven der Thatsachen, nicht die Freunde und Vertrauten der Leser.
August Smetmm, der CxeommunicLrte.
Prag, den 1. Februar 18S1.
Prag war heute tief erregt, Alle, welche Sinn für Gewissensfreiheit im Herzen tragen, und die Gläubigen uicht miuder, welche sich bemühen, eine alte Zeit wieder heranfznrnfen. Wohl, eine alte Zeit kann ans ihrem Wege wiederkommen, aber eine ältere, als der Klerus wüuscht, jeue Zeit des allgemeinen Abfalls von veralteten Formen ohne innern Halt.
Heute trugeu sie eiueu Manu zu Grabe ohue geistlich Geleit; keiu weiheuder Sprengel hat den Sarg mit dem heiligen Wasser benetzt, keine Weihrauch- und Harzdüfte haben das Sterbezimmer in mystische Nebel gehüllt. Ob er wohl den Frieden findet, der Verstorbene, in seiner Grabeserde, die von den Geistlichen nicht präparirt ist? Ob das Geleit der Tausende, welche dem Leichenwagen folgten, den einen katholischen Pater, seine Akolyten uud Säuger aufzuwiegen vermag, welche man als unerläßliches Erfordernis; einer normalen Leichenbestattnng zu betrachten gewohnt war? Der theure geschiedeue Freuud ruhet zu Gast bei deu Leichen der Protestanten, welche ihm auf ihrem Friedhofe mit christlicher Bereitwilligkeit eiueu Platz anwiesen. — Augustiu Smetana, der Denker, der treffliche, liebevolle Mensch, der, «ecls voeante, auf Cousistorialbefehl im April 1850 mit größter Feierlichkeit excommunicirte Katholik, ward heute begrabeu. Tausende ihm Gleichgesinnter geleiteten ihn auf seinem letzten Wege. Und seine Bestattung wnrde eine Demonstration von Tauseudeu gegeu deu Glaubenszwang uuserer Kirche, ein Zeugniß für das Evangelium der reineu Liebe Christi, das uicht kenut das starre Goldgewaud des Hierarcheu, uicht deu Kirchenbann, nicht das Jnterdict, nicht die absolnte Herrschaft Eines über Alle.
Augustiu Smetaua war der Sohn eines armen Kirchendieners an der Heinrichskirche zu Prag. Fromm uud eiufach erzogen, bewahrte er seine kindliche