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darstellt. Es kommt aber nicht blos auf den Einfall an, sondern auf die Durchführung.
Im Allgemeinen würden wir dock zu dem Resultat kommen, daß eine Zeit, in der man die Grenelthaten in Pansch und Bogen taxiren muß, kein günstiger Vorwurf sür's Drama ist. Die wahrhast dramatische Spannung muß sich iu einer bestimmten Schuld, eiuer bestimmten Bnße concentriren, und die Personen, über deren Schuld und Schicksal wir zu Gericht Wen sollen, müssen nicht in eine tropische Atmosphäre gestellt seiu, welche die Zurechuungöfähigt'eit wenigstens zur Hälfte aufhebt. Wenn wir zweifelhaft sind, wie nuser Verbiet ausfalleu würde, weuu wir als Geschworene säßen, so ist unsere Stellung als Pnblicum uoch mißlicher.
Die Krisis in Frankreich.
Die Bedeutung der letzten parlameutarischeu Woche liegt keineswegs iu dem Resultat. Zwar ist es eiu sehr eruster uud bedeutlicher Umstand, wenn ein Parlament der Negierung mit einer so erheblichen Majorität sein Mißtraue» zu erkennen gibt, aber das Gewicht dieses Mißtrauens wird sehr verringert, wenn man erwägt, daß es aus verschiedeneu Grüuden hervorgeht. Die Eiueu sprecheu es aus, weil die Negierung so lange mit der Reaction gegangen ist, die Andern, weil es den Anschein hat, als ob sie nicht länger mit ihr gehen wolle. Auf dem Centrallaudtage iu Preußen wurde iu Preßsachen mit imposanter Majorität der Beschluß gefaßt: „der Landtag ist gegen die Censur, aber aus verschiedenen Gründen", d. h. den Einen ist sie zu streug, den Andern zn gelind. Eine solche Erklärung hebt sich eigentlich auf. Wäre die Negieruug iu Frankreich eiue legitime, d. h. hätte sie eine andere Quelle, als die National-Souveränetät, uud wäre sie zugleich der Ausdruck eiuer bestimmten Partei, so würde sie ein solches Mißtrauen aus verschiedenen Gründen rnhig aotli, legen. Denn eine Negieruug, dereu Schwerpunkt in's Parlament fällt, ist nur so lauge möglich, als in dem Parlament wie im Volk zwei geschlossene Parteien einander gegenüberstehen, deren eine die Herrschaft übernimmt, indem die andere stürzt.
Die Bedeutung der Woche liegt vielmehr in den Verhandlungen selbst, in deueu die Häupter der verschiedeueu Fractioueu zum erstenmal seit Gründung der Republik klar nnd unumwuudeu ausgesprochen haben, wie sie sich ihr gegenseitiges Verhältniß zu eiuauder dcukeu. Die meiste Energie hat Herr Thiers entwickelt. Er hat sehr deutlich gesagt, die couservative Partei habe deu Prinzen Napoleou an die Spitze Frankreichs gestellt, weil man einen Prinzen brauchte, um seiue monarchische Gesiunung auszudrücken; man habe sich nicht verhehlt, daß diese Wahl in dem Gewählten leicht einen Ehrgeiz hervorrufen könnte, der mit den Absichten
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