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darauf beschränkt, immer nur dann zu sprechen, wenn das Herz ihn trieb, wenn er also wirklich Etwas zu sagen hatte, so wäre er vielleicht eiu klassischer Dichter geworden. Da er aber niemals aufhören konnte, so wurde der unbefangene Fluß seiner Improvisation endlich znr Manier, nnd die freie Thätigkeit seiner Einbildungskraft artete bald in triviale Geschwätzigkeit, bald in sorcirtes Pathos aus. Die neu aufgenommenen Gedichte sind nnter aller Kritik; es siud Gelegenheitsgedichte im schlechtesten Sinn.
Am Schlimmsten aber nimmt sich jene eigenthümliche Bildung in kritischen Versuche» aus. Weuu mau ihm schon in seinen Gedichten mit Recht den Vor- wnrf machen kann, daß er in seinen Bildern häufig ungenau nud darum unschön wird, theils, weil er sich nicht die Mühe giebt, die Natur des augcfaugeueu Bildes zu untersuchen, theils, weil er in der Anwendung kein Gesetz beobachtet (so vergleicht er einmal Jesus Christus mit einer Sonne, die dadurch vor den Augen der Menschen verdunkelt wird, weil die Erde ihre Schatten darauf wirft, während doch der schattenwersende Körper zwischen dem auschaueudeu Meuscheu uud der ver- dnnkelten Sonne stehen müßte), so wird diese Willkürlichkeit in der Prosa geradezu unerträglich. Lamartine urtheilt über AllcS, was ihm irgend einfällt, mit der unfehlbaren Sicherheit eines Papstes. Da er sich nun aber nie die Mühe giebt, auch nnr oberflächlich die Gegenstände, über die er urtheilt, zu studiren, so ist in diesen Behauptungen eine Unklarheit und z» gleicher Zeit eine Prätension, die kein Deutscher bei seinem Kritiker dulden würde. Bei deu Frcmzoseu ist die Pietät gegeu einen altgefeierten Namen größer: obgleich Lamartine von Jahr zu Jahr sich verschlechtert, uud trotz der politische» Animosität, die sich gegen ihn erhoben hat, ist doch der Nimbus seines Ruhmes nicht ganz von ihm gewichen, und nur die scharfsichtigere Kritik durchschaut ihu.
Zur Geschichte der neuern Polnischen Literatur.
Anch die Polnische Literatur hatte eine „Periode der Nachahmung", und mehr und länger als in Deutschland herrschte hier der Zwang willkürlicher Regel Französischer Dogmatiker. Es war schon allmälig dahi» gekommen, daß das Franzosenthum nicht nur eiuen bedeutenden Einfluß auf die einheimischen Geistes- prvducte ausübte, sondern selbst die „klassischen" Schriftsteller der srühern Periode ganz verdrängte. Wilna, die Universitätsstadt, war der damalige Brennpunkt der Polnischen Literatur und Wissenschaft. Von hier erging der Ruf an die Gelehrten, der Fremdherrschaft iu der Literatur ein Ende zu macheu. Eiu Häuslein thatkräftiger Männer, nnter welchen die damaligen Lehrer der Hochschule sich auszeichneten, hatte sich bereits durch Englische und Deutsche Studieu dem großeu
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