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also Wahrscheinlichkeit, daß wenn der Graf von Chambord den Thron seiner Väter besteigen sollte, bald wieder eine nene Nevolntion ansbrechen würde. Die Orleans hätten viele Anhänger im Lande, wenn der Graf von Paris schon erwachsen wäre und eine tüchtige Persönlichkeit zeigte. Da Derselbe aber noch ein Kind ist, möchte man gern vorläufig dem General Cavaignac die Zügel der Regierung anvertranen, um nnter seiner zwar energischen, aber nicht reactionairen Leitung die Ereignisse der Znkunst gesicherter abwarten zu können. Die Zahl der Anhänger des jetzigen Präsidenten, die bei seiner Wahl im Elsaß sehr grob war, ist gegenwärtig sehr geschmolzen.
Etwas von den Aerzten, ans Polen.
Der vor Kurzem verstorbene Leibarzt des Fürsten Paskicwicz, Schäfer, hatte in Jena Medicin studirt. Da er iu Deutschland wahrscheinlich keine glänzende Aussicht hatte, ging er nach Warschan und führte Anfangs ein ziemlich ärmliches Leben. Aber eines Tages erklärte man ihm, daß er das allergrößte Glück machen könne, wenn er sich eine auffallende Eqnipage, dazn einen Bedienten nnd einen Kutscher in den glänzendsten und ungewöhnlichsten Livreen anschaffe, alle seine Krankenbesuche in »ollem Pomp mache, oder, wenn er keine Patienten habe, sich wenigstens mit seinem Pomp täglich von srüh bis Abend in den Straßen sehen lasse. Da er ganz ohne Mittel' war, so lieh man ihm auf Wechsel mit Jahresfrist 600 Thaler. In kurzer Zeit besaß der arme Doctor die glänzendste Equipage. Ein Maun wie er, der das ganze Leben einem Witze gleich achtete, konnte seinen Witz nicht schlecht spielen. Wie auffallend daher anch sein Anfzug war, so war er doch nicht lächerlich. Von früh bis zum Abeud ließ er sich iu den Straßen umherfahren, vor jedem vornehmen Hause halte» und durch den Bedienten seine Karte hineinschicken. Natürlich ermangelten die Herrschaften, besonders die Damen, wenn sie an Herzdrücken oder Schnupfen litten, nicht an's Feilster zn treten und uach dem angemeldeten neuen Arzte zu blicken, und da der Anfzug des Herrn Doctvrs sie entzückte, so waren sie sogleich von hoher Achtung erfüllt. Aus solche Weise hatte sich Schäfer in Zeit von einem Monate bei der großen Welt bekannt gemacht, und uuverweilt bildete sich ihm die schönste Praxis. Zu der Zeit, da Schäfer diese nothwendige Komödie spielte, litt der Fürst Paskiewicz au einem hartnäckigen Augenübel. Er war bereits vou seinen drei Leibärzten gränlich mit Medicamenten, besonders Angenwassern, gequält. Seine Freundin, die Fürstin I., hatte ihm bereits mehrere Male den von Ruhm bedeckten neuen Doctor erwähnt. Schäfer wurde gerufen, hatte Glück und, erhielt die Bestallung zum alleinigen fürstlichen Leibarzte mit 6000 Gulden Jahresgehalt und einer hübschen Summe