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Die neueste technische Cntwiekelung der monumentalen Malerei.
Bereits bei meiner Betrachtung der Kanlbach'schen Bilder im neuen Museum zn Berlin gedachte ich der Stereochromie. Die Stereochromie ist ein Kiud der neuesten Zeit; sie wurde im Jahre 1856 von dem Maler Professor Schlotthaner nnd dem Obcrbergrath Fuchs in München erfunden nnd enthält im Vergleich zum Fresko einen Fortschritt der Technik, der auch aus den Geist der neuern monnmentalen Malerei sicher nicht ohne wichtigen Einfluß bleiben wird.
Schon die Alten haben die Knnst der Freskenmalerei, welche in frischem Kalk die Töne verbindet, vielfach ausgeübt. Neu erstaud sie im sechzehnten Jahrhundert zuerst in Italien nnd wurde durch Raffael uud Michel Angelv bei Ausführung ihrer herrlichen Wandmalereien im Vatican, der filmischen Capellc nnd der Farnesina in Anwendung gebracht. Die Wandmalerei pflegte man bereits seit dem Beginn des vierzehnten Jahrhunderts in Deutschland nnd Italien, hier namentlich im Schooß der Floreutinischen Schule, wo Giotto wirkte, dort an sehr verschiedenen Orten. Die Wandmalereien im Dom zu Köln datireu aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Jahre 1322; zahlreiche andere sind unsern Blicken durch die weiße Tünche späterer Jahrhunderte entzogen. Uebcrdicö war die Technik dabei sehr vergänglich, denn man malte mit Wasserfarben auf gewöhnlichem Mauerbewurf oder auf Stein. Die Italiener führten die Wandmalerei zuerst einer neuen glänzenden Ausbildung entgegen, indem sie das Fresko wieder erweckten. Aber mit dem Ablauf der Glanzperiode Italienischer Knnst, mit dem Verlöschen ihres großen Styls verschwand allmälig anch die Freskomalerei, welche mit der herrschenden Richtung ans Genre, Landschaft nnd Portrait sich nicht vereinigen ließ, sondern epische Größe der Auffassung verlangte.
Erst das nennzchnte Jahrhundert ist aus die großen Vorbilder zurückgegangen, und die Malerei in frischem Kalk, wie sie heute wieder geübt wird, nennt Peter v. Cornelius ihren Vater. Dieser malte, gemeinschaftlich mit Veit, Scha- dow und Overbeck, die ersten Fresken der nencrn Zeit, eine Reihenfolge aus der Geschichte Josephs in Aegypten für die Wohnung des Preußischen General- consuls Barthvldi aus Trinita de Monti zu Rom; bald daraus iu der Villa Massimi Darstellungen ans Italienischen Dichtern, wobei Cornelius den Dante illustrirte. Seine Kunst hat sich für immer den Charakter bewahrt, welchen bereits diese ersten Werke an sich trugen: poetisch romantisches Ergreifen des Gegenstandes mit einer Hinneigung zu katholischem Jdealisireu, große Auffassung in typischen Formen und Einfachheit der Ansführung. Im Jahre 1819 wurde er als Director der Akademie nach Düsseldorf, 1824 nach München berufen. In letzterer Stadt verlebte er seine Glanzzeit, In der Glyptothek und in der