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betonten freundschaftlichen Einvernehmens zwischen Frankreich und England ein wahrnehmbawcs Schwächerwerven Poineares und eine Zunehmende Sicherheit unid Festigkeit Englands, dabei ein deutliches Museinandergehen der beiderseitigen Wege. Und noch eins ist zu erwähnen: das vorsichtige, aber doch entschiedene Hervortreten Amerikas. Man lhat in den Vereinigten Staaten in- zwischen Deutschlands Lage genauer studiert, man beurteilt jetzt klarer die Zusammenhänge zwischen der Not Europas und gewissen amerikanischen Uebelständen!, die man gern beseitigen möchte. Endlich habend die -neue Lage in England uni» die ersten Schritte Bonar Laws und seiner Mitarbeiter in AmerM ein größeres Vertrauen auf die Verständigung der beiden angelsächsischen Weltmächte erweckt. Amerika! beginnt daher den so lange festgehaltenen Standpunkt des „Desinteressements" an den europäischen Angelegenheiten zu verlassen, wozu auch das wachsende Mißvergnügen an der Haltung Frankreichs beiträgt. Der Eindruck,, den das Anistreten Clemenceans «uf seiner Amerikareise hervorgernsen hat, hat noch das letzte getan, um die Abwendung von Frankreich volkstümlich zu machen. Schließlich! darf mich nicht vergessen werden, daß in allen Ländern — Frankreich nicht onsgenommen, — der Sinn für Wahrheit und Vernunft wieder erwacht und das Urteil überall ruhiger und sachlicher wird, was schon bei der Anwesenheit der Reparationskonnnission in Berlin im vorigen Monat hervortrat. So dürfen wir mich hoffen, daß der Rücktritt des Kabinetts Wirth und die Persönlichkeit unseres neuen Reichskanzlers C un o gleichfalls ein Moment der Beruhigung und des Vertrauens cmf eine Rückkehr der Weltpolitik zur Sachlichkeit bilden werden.
Unter solchen Uniständen war die eigentlich zur Vorbesprechung der Brüsseler Konferenz veranstaltete Londoner Zusammenkunft der alliierten M/rnisterpräsidenten von gang besonderer Tragweite. Das Ergebnis war, daß infolge der starren Haltung Poincarvs. der an der Forderung besonderer Pfänder und Sicherheiten von Deutschland — worunter niemand etwas anderes verstehen konnte als die Befetznng des Ruhrgebiets — unnachgiebig festhielt, die Konferenz auf den 2. Januar vertagt werden mußte. Die Enttäuschung in Frankreich ist groß, und olles deutet daraus hin, daß die Tage Poincaros trotz einein vielleicht noch zu erlangenden Vertrauensvotum gezählt sind. Ein großer Wendevnnkt bereitet sich vor. W. v. Masso w.
Literarischer Wegweiser/)
G eschii ch t e.
Es ist nicht zmn «Borteil wirklicher Geschich!tiAe.rkenjntnisj, wenn ReMame die zu allen Zeiten höchst .kritisch zu betrachtende Denkwürdigkeit en
literatnr in 5>en Vordergrund schiebt. In diesem Jahre beherrschen die Bücher des Kaisers nnd des Kronprinzen den „Markt", Mer ans beiden wird
der ernsthafte Leser wenig «unfrisierte Geschichte lernen, weder im allgemeinen
*) Ueber die Unmöglichkeit, derzeit bestimmte Preisangaben zu> machen, siehe die Bemerkung in srAheren Heften.