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Rasse und Volkstum.
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Nasse und VolKstum.

Bon Prof. Dr. H, G. H olle.

Das Wort .'des PhilosophenDie Seele baut den Körper", bedarf biolo­gischer Nachprüfung. Es steht in 'schroffstem Gegensatz zu der noch immer vor» herrschenden niechanistischen Ausfossung des Le-bens., die Seelenvorgänge ans chennsch-physikalischen Kräften ableiten will, aber nicht imstande ist. die Um­setzung mechanischer Kräfte in seelische zu- beobachten oder als Tatsache indirekt nachzuweisen. Tatsache bleibt nur, daß das Selbstbewußtsein sowohl eine Beeinflussung unseres Seelenlebens durch körperliche Zustände, wie auch eine Einwirkung 'eelischer Zustände auf den Gang der Körp-erverri'chtnngen, auch der nicht unmittelbar, wie die Muskeln, dein bewußten Willen unterworfenen Organe, '«kennen läßt. Diese Einwirkung ist es, die allerdings nichtden Körper baut", aber doch dessen Bau, zumal während der Entwicklungszeit, erkennbar abwandelt. Der Einfluß des nnbewußteu Seelenlebens äußert sich nmnenMch durch die in Anpassung an die besonderen ch-em-ischi-physikalischen Verhältnisse der Umwelt abgewandelte Körperkonlstit'U-ti'0'n: die -mittels der Muskeln bewußt ausgeübte Körpertätigkeit bewirkt je noch ihrer Art Ver­stärkungen der vorzugsweise gebrauchten Muskeln und mittelbar auch der Knochen, an die sie sich ansetzen-, und bei einseitigem Gebrauch auch Abweichungen, von der normalen Körperhaltung, die in solchen Fällen oft den Berns ver­raten. Auch geistige Berufe prägen den sie Ausübenden leicht bestimmte kenn­zeichnende Züge ans, die z, B. den Militär oder den Lehrer erkennen oder doch vermuten "lassen. Insbesondere hinterläßt das seelisch beeinflußte Mienenspiel deutliche Spuren in den bleibenden Gesichtszügen.

Die allgemein gültige Form des eingangs angeführten! Satzes behauptet aber weit mehr als eine solche Beeinflussung des körperlichemErscheinungs­bildes" (Phaenotypus). Sie findet eine Stütze in dervitalistischen" An­schauung der Natnrforschung, daßfunktionell" erworbene EigentninlichPeitei^ des Körpers das Keimplasma entsprechend abwandeln und damit auch das Erbbild" (den Jdiotypns) abändern und zur Entstehung völlig neuer Naturformen führen könnte»'. Nun wird aber von der heutigen- Lebenskunde 'dieErblichkeit erworbener Eigenschaften" meist, und wie mir scheint mit Recht, -bestritten. Wenn man also nicht auf die- hente so ziemlich überwundene DarwinscheZufallStheorie" von derEntstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl!" zurückgreifen und damit folgerichtigSeele" überhaupt leugne» Null, so muß man die in dem obigen Satz enthaltene Ausfassung vonSeele" als einer für sich bestehenden unkörverlichen Wesenheit, die als Urheber einer bauenden Tätigkeit auftreten könnte, fallen lassen, wie wir es in einer früheren Erörterung (Biologie und WeAans-chauu-ng", Nr. 37/40) getan haben. Als bauende Kraft haben wir vielmehr das üb e-rind iv idn e ll e Seelen­leben anzusehen, das in der G a ttu n g s s ee l e die Einzelwesen zu einer Leben s ei nh eit höherer Ordnung zusammenfaßt.

In diesem Sinne hat auch von der geisteswissenschaftlichen Seite her Dr. W ilhelm Stapel in einem Buch voll tiefgründender Geistesarbeit (V-Ms- -rgerliche Erziehung", Verlag des Deutschen Volkstums, Hamburg) das Volk als EiWÄWesen erkannt:Ist es einmal da, so ist es als in sich gebundene, gesetzmäßig einheitliche, treibende und -wachsende Lebenskraft da." Auch er erkennt das Bestehen einerVolksseele" an. Mo aber ist das körperliche Organ