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Literarischer Wegweiser : Weltanschauung.
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Literarischer Wegweiser.

W e l t ci n s ch a u u n g. Auf wenigen Seiten den Leser durch die Neuerscheinungen zu führen, die sich mit den religiösen und philosophischen Gütern der Vergangenheit und ihrer Auf­schließung für den heutigen Menschen beschäftigen, scheint auf den ersten Blick unmöglich. Zu groß ist die Mitte und vor allein die Richtungsverschiedenheit der hier ewströmenden Anregungen. Jodoch, wie wir in Anlehnung -cm H, Hornefser in seinem unten zu nennendenPhilosophiebüchlein" sagen möchten: es ist mehr Gemeinsames in diesem Suchen, als zuerst scheint. Dasjenige, was allen großen Denk- und Glaubenssystemen der Menschheit als Kern zugrunde liegt, was sich darin als ewiges Wahrheitsgut und Heilsgut bewährt hat, dem strebt die welt­anschauliche Literatur unserer Tage auf ihren so Mannigfaltigen Pfaden nach'. Wir geben eine bezeichnende Auswahl und werden uns nicht scheuen, zuzustimmen oder Abzulehnen.

Beginnen wirnit den ältesten Schätzen, so haben wir von derWeisheit der Uvanbschaden" gleich zwei neue Uebarsetzungen aus dem Indischen zu buchen!, die von Alfred Hillebrandt (Jena, Eugen Diederichs) nnd die von I. Hertel (München, C. H. Becksche Verlagsbuchh. Oskar Beck). Hillebrandt verdient den Borzug. Gegenüber den Uebersetzungen von Deussen, auf die der nichtsprach- gelehrte Leser bisher fast allein angewiesen war, bringt er eine Vertiefung des geistigen und eine kritischere Aufhellung des literarischen Verständnisses, auch durch Sichtung von Urtext und Zusätzen: für Laien wie Forscher ein herrliches Dokument deutschen wissenschaftlichen Ernstes. Hertel gibt eine sehr elegante, flüssige, ober eben deshalb auch manches Harte und Altertümliche verwischende Verdeutschung, die dem Tieferdringenden schon durch das Verdeutschen von philo­sophisch unentbehrlichen Begriffen wie Atmcm nicht genügen -kann. In die noch ältere Zeit der Beden führt I. W.- Hauer zurück mit einer Studie über die Wurzel der indischen Musik (Die Anfänge der Yogapraxis, Stuttgart, W. Kohlhammer).

Es ist ein Zeichen der religiösen Besinnung unserer Zeit, daß ein Problem, das die Indologen vor ein vaor Jahren noch kaum bemerkten, heute als zentral empfunden wird: wie nämlich aus der Naturreligion der Beden die Erlösungs- mhstik der Upnnischadenzeit hervorwächst. Ekstase, SeWstüberwindung und Steigerung der Selenkraft durch Weltflucht sind die verbindenden Machte, und Hauer hat ein nötiges und gutes Stück Gelehrtenarbeit geleistet, indem er dies Problem angriff. In das indische Mittelalter führt eine verwandte Frage­stellung, die schöne Studie des bekannten ReligionAhistorikers F. Heiler,Die buddhistische Versenkung" (München. Verlag von Ernst Reinhardt, 2. Aufl.), und die oltindische Spätzeit wird in ihrem edelsten nnd wärmsten Klang, in der Liechesreligiou der Bhagavodgitg, vermittelt durch die Proso>übersetzung Richard Garbes (Leipzig, Hoessels Verlag, 2. Aufl.), welche neben den vorhandenen formell Poetischen Übersetzungen ihren vollen Wert nicht nur durch die selbständigen ge­lehrten Auffassungen Garbes, sondern auch durch die Zuverlässigkeit von Text und Erklärung behauptet. Das zeitgenössische Indien kann in A. Schurigs Dagore" (Dresden, Carl Rechners Verlag), dem Mo>detaumel schon entrückt, als später Enkel ieuer großen Zeit indischen Schauens begriffen werden, deren Philosophie Pauss Denssen, ihr ältester deutscher Interpret, mit der platonischen zusammen in das Licht der Kantischen Philosophie stellt (Berlin, Verlag von Alfred llnger). Von der Sendung Asiens für die religiöse Erneuerung der