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Kleinbilder am Niederrhein.
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pufften die Ausstoßroße der Winderhitzer, und ich sah im Geist ihre Dampfballen, die oft wie die Rinael eines verträumten Rauchers aus dem Klubsessel auf­wirbelten, und gedachte der Riesenkraft, die mit ihnen verloren ging. Da sah ich hinter der Scheibe vor den grüngelben Wolken fünf Drähte gleichgezeilt einhergehen; sie schnitten diagonal durch mein Helles Gesichtsfeld. Und da meine'arme Seele so müde war all der ungeheuerlichen Wucht und diesseitigen Größe, all der Reflektioncn wie der Menschengeist die versteckteste Materie birgt und bändigt wie ein wildes Tierchen, so sprang sie auf einmal mit beiden Füßen (wenn man so sagen darf) zwischen diese fünf schwarzen Drähte, die ihre fünf Notenlinien waren, und summte und sang und jubelte in ihren ältesten Weisen und erging sich gleich den großen Hirtenknaben der Weltgeschichte, gleich David, aleich Johanna, gleich Hans Thoma, gleich den großen rheinischen Hirtenknaben Beethoven und Reinbrandt und Grünewald, und sie ward gar nicht müde, gar nicht müde, aus den bewährten Tagen der Jugend immer neue Lieder zu singen, und sie ließ mich Lerchen hören und Schmetterlinge sehen und ein barfüßiges Mädchen küssen!

Sollte ich an diesem Tageinfahren"? Ich fuhr ein.

(Fortsetzung folgt.)

Weltspiegel.

6. September.

In den Tagen, als die Abgesandten der Reparations­kommission, Sir John Bradbury und Mauclöre, in Berlin verhandelten, lastete über ganz Europa das Gefühl einer herannahenden Katastrophe. Der die schlimmsten Befürchtungen noch hinter sich lassende Sturz der deutschen Mark, der nahezu ihrer völligen Entwertung gleichkam, in Verbindung mit der Haltung Poincarss, die gleichsam eine Verhöhnung der ganzen Welt nicht im geringsten erkennen ließ, daß von den unsinnigen Forderungen Frank­reichs auch nur eine einzige gestrichen werden sollte, ließ kaum noch eine Hoff­nung aufkommen, daß der wirtschaftliche Zusammenbruch Europas sich werde vermeiden lassen. In allen wirtschaftlich bedrohten Ländern hielt ernste, bange Sorge ihren Einzug. Der Gegensatz zwischen England und Frankreich erreichte eine Schärfe wie nie zuvor. Während aber England angesichts dieser Lage aufrichtigen Aerger und unverhüllte Besorgnisse verriet, machte Frank­reich gar keinen Hehl daraus, daß es den Konflikt mit England gar nicht fürchte, im Gegenteil daun um so lieber allein vorgehen werde, um sein Recht zu erzwingen.

Aber die in Berlin erhaltenen Eindrücke und Informationen Bradburys und Mauclöres waren doch nicht ohne Wirkung geblieben. Es ergab sich daraus die Unmöglichkeit, daß die Reparationskommission als ein Ganzes dies­mal den Willen Frankreichs tat. Die englische Delegation m der Kommission war entschlossen, für die bedingungslose Gewährung eines Mora­toriums an Deutschland zu stimmen; Frankreich blieb dabei, daß höchstens ein ganz kurzfristiges Moratorium bewilligt werden könne, und auch dieses