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Die seelischen Untergründe modernster Kunst : Betrachtungen zu Abwehr und Verständigung : 3.
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Pilgern ihm glaubend entgegen. Doch nach mehr Äs drei Jahrzehnten noch schreit die Menge, die von keinem Sterne weiß, noch wissen will, ihr Kreuzige, Kreuzige!" Uns aber lasset hoffen,bis die Zeit erfüllet ward," und inzwischen arbeiten, die Seelen bereitzumachen, den Unechten den Rücken kehren, um desto unbefangener, liebegewillter den Lauteren und bahnbrechend Strebenden das Herzen öffnen.

Bis dahin aber gilt es, Geduld und Ruhe bewahren, auf daß wir nicht auf jeden neu ausposaunten Messias hineinfallen. Wir haben schließlich kein Recht, ihn zu erwarten, ehe nicht die Gemüter sich auf Edleres ein­gestellt haben. Für den Tagesbedarf aber an Kunst scheint es mir immer noch erfreulicher und erziehlicher, sich eindringlich den Sachwerten hinzugeben, statt übereilten Personenkultus zu treiben und sich mangels neuerEwigkeitswerke" lieber mit guten Epigonenwerken zu begnügen, statt sich gewaltsam und hastignurmodern" betrüglich wie betrüblich zu ersättigen. Ich wenigstens bin dankbarer dem, der mir Gedichte vorlegen sollte, die man sür goethische halten könnte, als dem, der mich zwingen will, sinnarmes, aufwändiges Gestammel für zukunftsträchtig zu halten.

Preußische und dänische Beamte.

Der neuen in Tondern, Carstensstraße 7, erscheinenden Zeit­schriftN o r d s ch l e s w i g, Beiträge zum volklichen Aufbau", dürfen wir folgende Beleuchtung der Stimmung in der Nord mark entnehmen. Sie diene als Ergänzung des in der letzten Nummer veröffentlichten ArtikelsDänische Poincarös".

Die Schriftleitung.

Hat man auf dem Amtsgericht in Tondern zu tun, so kommt es aus ver­schiedenen Gründen leicht, daß man dort ^vergleiche anstellt zwischen dem Einst und Jetzt.

Sie waren oft etwas barsch in ihrem Ton und Auftreten, unsre alten preußischen Beamten, sowohl die akademisch gebildeten wie auch die, welche von der Pike auf im Heer oder auf der Schreibstube gedient hatten. Nicht immer lagKnigges Umgang mit Menschen" zur Hand. Der vielgeschmähte Militaris­mus war nicht allein der Grund zu dem etwas schroffen Wesen der Beamten? es war das Selbstbewußtsein des Einzelnen:Ich beherrsche das Amt, welches ich verwalte, und kenne mich darin aus."

Bekam man dann und wann beim Eintritt in das Bureau einen gelinden Anhaucher", ohne Umschweife wurde dann aber auf die Sache losgegangen. Man bekam kurzen, bündigen Bescheid und verließ darauf das Gerichtsgebäude mit dem Bewußtsein:Deine Sache wird prompt erledigt!"

Einfach und sparsam war der ganze Geschäftsgang bei den Preußen. Ein Amtsrichter mit 3500 Mark Besoldung konnte sich keine großen Extravaganzen erlauben, ebensowenig der Gerichtsschreiber mit 1500 bis 2000 Mark Gehalt.

Die Sorge für Nutze und Ordnung im Dienst lag allein dein allbekannten Gerichtsdicner ob. Vioieitig in seiner Tätigkeit, prgte der Allein-Uniformierte