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Kolonisation und Romantik.
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konkreten Ausdruck einer bleibenden, stets dringlicher werdenden Lebens- uotwendigkeit. W i r halten die Hoffnung auf Wiederherstellung dessen, was da draußen einst unser war, nicht für ein Lustschloß. An Ermutigung hat es in der öffentlichen Meinung Englands und selbst Frankreichs nicht gefehlt. Die Herren der Welt sind mit überseeischen Wirtschaftsgebieten förmlich überlastet. Uns lächelt die Sonne der englischen Gunst: Lord Northcliffe ist nicht mehr. Die Anteilnahme an einer Besserung unserer Valuta ist laut und großenteils aufrichtig. Unschwer wäre es, unsere Wünsche so zu formulieren, daß sie sich den durch die Lage der Dinge ge­botenen Rücksichten anpassen. Wer aus diesen Elementen etwas zu schaffen oder auch nur vorzubereiten verstünde, wäre wahrlich ein Realisator. Eine Kolonie ist mehr wert als ein Moratorium.

Die seelischen Untergründe modernster Kunst.

Betrachtungen zu Abwehr und Verständigung. Von Hans Schliepmann. 3. (Schluß.)

Man könnte alle hier geschilderten Unzulänglichkeiten und Verbohrt­heiten ^ schweigend übergehen, wenn sie sich nicht' so überheblich und auf­dringlich in Szene zu setzen und unter den Man-weiß-doch-noch-nicht- Erregten Gläubige zu fangen unternähmen. Ein wundervoll ausgestattetes Organ:Frühlicht, eine Folge (!) für die Verwirklichung des (!) neuen Baugedankens", herausgegeben von einem wirklich nicht vielversprechenden, letzt zum geistig bolschewistischen Stadtbaurat vorgeschrittenen jüngeren Architekten, muß mau zu lesen versucht haben, um das kauderwelsche bom­bastische Phrasengewand zu ermessen, in dem diese von allem Zweckdenken Losgelösten, alle Vergangenheit Verachtenden priesterlich einherschreiten, so ein Organ ist freilich auch heute noch für den Wissenden schließlich nur Spekulation und Geldsache. Aber in zahlreichen Knnstzeitschriften wird c-uch sonst von verstiegenen oder honorarbedürftigen Evangelisten neuer herumtastender Kunst vor eniem überzeugungslosen und darum glaubens­hungrigen Publikum jede modische Mücke mit schnitzelkräuselnder Geist- reichigkeit zum Elefanten emporgelobt. Geht man auch dar über noch mit einem Achselzucken:Papier, Papier!" hinweg, so bleibt doch ganz bedenklich, daß auch in der staatlichen Kunstpflege aus berechtigter Kampf­stellung gegen wilhelminische Hohlkultur und aus doch ebenso unkritischem Mitschwimmen mit der Zeitstimmung schon unterschiedliche kurulische Sessel den noch ganz in der Gärung Begriffenen zufielen. Gewiß: Pflege jedes blütenversprechenden Keimes,'selbst einmal ein Experiment, obwohl wir dafür jetzt eigentlich nicht die Mittel haben! Und gewiß kein Alexan- drinertum obwohl es versteckt noch genug unter den Neugläubigen spukt, solange das intellektuelle Deuteln über Kunst noch einen viel' breiteren Raum einnimmt als Kunstschaffen und Kunstgenießen! Aber eine Er­ziehung zum Schaffen durch eckigste, wenn auch meinethalben begabte, jeden­falls aber selbst noch in der Entwicklung begriffene Köpfe ist ein Unding: und noch bedenLlicher mutet es an, wenn der Aerr Reichskunstwart ans-