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Literarischer Wegweiser : Urgeschichte und Völkerkunde.
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Literarischer Wegweiser.*)

Urgeschichte und Völkerkunde.

Die völkerkundlichen Studien hatten vor dem Krieg in Deutschland einen großen Aufschwung genommen und auch das weiteste Interesse gefunden, seit Deutschland selbst eine große Kolonialmacht geworden war. Heute hat die deutsche Wissenschaft, fast gänzlich abgeschnitten von dem überseeischen Verkehr und angewiesen auf die in Zeiten des Reichtums und der Freiheit angesam­melten Schätze unsrer vorbildlichen Museen, wieder gegen einen gewaltigen Vorsprung der englischen, amerikanischen und französischen Forscher anzu­kämpfen. Es ist erfreulich festzustellen, daß deutsche Wissenschaft auch hier trotz der Ungunst der Verhältnisse ihren Rang behauptet Insbesondere sind es die Fragen, welche die Ur- und Entwicklungsgeschichte der Menschheit in Verbindung setzen mit dem Studium der heute noch lebenden frühzeitlichen Völker, welche die Forschung und zugleich das allgemeine Interesse beschäftigen. Denn die Jahre vor dem Krieg wie die Kriegsjahre selbst haben eine ungewöhnlich reiche, in mancher Hinsicht sogar entscheidende Fülle von Entdeckungen gebracht, die über die Urgeschichte der europäischen Nassen und Kulturen Licht ver­breiten, freilich auch noch vieles zu fragen übrig lassen.

Nachdem der geniale, zu früh verstorbene Hermann Klaatsch, dessen nach­gelassener „Werdegang der Menschheit", Berlin, Bong und Co., für diese gegenseitige Befruchtung von Völkerkunde und Prähistorie immer vorbildlich blei­ben wird, die entscheidenden Erkenntnisse über die älteste bekannte europäische Steinzeitrasse, die sogenannten Neandertaler, gewonnen hatte, meldet sich jetzt in einem für weiteste Kreise berechneten Schriftchen O. Häuser M diesem Thema: Urmensch und Wilder. Eine Parallele aus Urwelttagen und Gegen­wart. Berlin 1921, Ullstein und Co. O. Hauser ist der erfolgreichste Aus- graber unsrer Tage, an Wagemut und .Glück mit Schliemann vergleichbar; mit ihm zusammen, dessen unvergänglicher Ruhm auf dem Gebiet der Praxis, nicht der Theorie liegt, hat Klaotsch seinerzeit die wichtigsten Funde gehoben. Wer sich noch kürzer und anschaulicher über das so farbenreich gewordene Bild der Vorgeschichte des europäischen Menschen unterrichten will, dem kann man unbedenklich die beiden Schriftchen W. Bölsches „Der Mewch der Vorzeit, Tertiärzeit und Diluvium" und ,D»'r Mensch der Pfahlbauzeit", beide Stuttgart, Kosmos, Francksche Verlagsbuchhandlung, in die Hand geben, denn Bölsche hat sich in den neusten Auflagen dieser Darstellungen nicht nur der bekannten Vorzüge seines flüssigen Stils bedient, sondern auch gewissenhaft die neuesten Funde und deren Auswertung durch die Forschung verarbeitet. Von geradezu klassischem Wert sind daneben die (ebenfalls bei Kosmos, Francksche Verlagsbuch­handlung, Stuttgart erschienenen) Schriften Karl Weules, der als Leiter des Leipziger Museums für Völkerkunde au der Spitze aller Bestrebungen zur Popularisierung dieser Wissenschaft steht und in der Anordnung und Erläu­terung seiner Musenmsschätze wie in seinen Schriften, von denen hier nur die

In der Bücherschau der „Grenzboten" ist stets Wert auf möglichst genaue Angabe des Ladenpreises der besprochenen Bücher gelegt worden. Die sich überschlagende Währungskatastrophe macht zurzeit aber zuverlässige Angaben unmöglich. Es muß dieserhalb an den Buchhändler verwiesen werden. Wie bisher schon, so scheinen die Preise der Bücher auch diesmal hinier der Teuerung der meisten sonstigen Gegenstände zurückzubleiben.