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Die seelischen Untergründe modernster Kunst : Betrachtungen zu Abwehr und Verständigung. 2.
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Unterschrift, einen wirklichen Zweck zuweihen" vorgiebt. Die große Gebärde ist eben eine Hauptsache; sie soll aber nicht nur das Publikum, sondern auch ihr eigenes Selbstgefühl bluffen.

(Schluß folgt.)

Elsaß-Lothringische Fragen.

Von einim E l i ä s s e r. (Vgl. Nr. 20, 21, 22, 28, 30.)

6. Nationalisten.

Was bedeutet das oft gebrauchte Wortelsässischer Nationalisinus?" Der Begriff wird uns am klarsten, wenn wir parteigeschichtlich analysieren und dabei vom elsaß-lothringifchen Zentrum ausgehen.

Das elsaß-lothringische Zentrum ist- hervorgegangen aus der alten Protest- Partei, die nach 1879 mit der polnischen Spitze gegen das Deutsche Reich ent­stand und aus der gewisse Führer (z. B. der Abbs Winterer) entnommen wurden. Die elsässischer» Katholiken, die sich in der neuen Partei zusammenfanden, besaßen, als Nachkommen ihrer durch die Revolution von 1789 in ihren Vor­rechten stark betroffenen Väter, zum Teil große Abneigungen gegen den Staat nnd das Staatsleben als solches. Als dann der Kulturkampf einsetzte, bewirkte diese in ihren norddeutschen und protestantischen Formen sich äußernde Bewe­gung bei den an und für sich schon cmtideut'ch gerichteten Parteigängern des Zentrunis hohes Mißtrauen gegenüber der Landesregierung. Dazu kam, daß in den ersten Jahrzehnten nach 1870 der Einfluß der Alldeutschen Beamten im Vergleich zum protestantischen Bevölkerungsteil sehr gering war, da die ein­wandernden Deutschen größtenteils evangelisch waren. Weiter ist zu beachten, daß, wieder im Unterschied zu den Protestanten der katholische Klerus fast durchweg elsässischer Abstammung war und daß mit aus diesen, Grunde der Anschluß an das deutsche Zentrum Jahrzehnte auf sich warten ließ. Berück­sichtigt mau vollends, daß der katholischen Kirche im Elsaß durch Ludwig XIV. eine Reihe der wichtigsten Privilegien beschert worden waren, so daß in» Volke die Vorstellung vomkatholischen Frankreich" als der geistigen und geistlichen fammenhaben, die einem schnellen und gedeihlichen Anschluß der Katholiken an ! Mutter gang und gäbe war, so wird man Wohl die wichtigsten Momente zu- "die deutsche Kultur und Politik im Wege standen.

Unter dem nationalen Gesichtspunkt betrachtet, vollzog sich die Entwicklnng so, daß aus den» Protestlertum eine Mehrheit national indifferenter, rein elscissisch gerichteter Politiler innerhalb der Zentrumsfraktion sich ablöste, die ihren deutschen Flügel hatte (in Strußburg: Dr. Burguburu, M. Spähn, Eug. Müller, in Metz: Dr. Ernst und Remont); daß die organisierte christliche Arbeiterschaft in Mülhausen Anschlnß an verwandte Bestrebungen in Köln suchte und fand? daß die Mehrheit der politisch tätigen Katholiken durch den Volksderein und die Katholikentage zur Vereinigung mit dem deutschen Zentrum hingeleitet wurde.