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deren „unwirtschaftlicher" Mindererlös durch Erleichterung und damit Ver- billigung der Gesamterzeugung sich mehr als ausgleichen würde.
Diese schon länger wirksamen Umstände könnten die neuerdings ein- getretene sprunghaste Erhöhung der Teuerung nicht erklären; es kommt ein erst jetzt zur Geltung gekommener Umstand hinzu, der umso wirksamer ist, als er den Zwischenhandel betrifft, der ja überhaupt noch mehr als die unmittelbare Erzeugung auf die Verteuerung hinwirkt. Die herrschend gewordene Ausfassung nämlich, die sogar von Gerichten schon als berechtigt anerkannt ist, daß der Kaufmann berechtigt sein soll, in den Preisen der jetzt verkauften Waren die Möglichkeit einzukalkulieren, für den Erlös die gleiche Warenmenge neu zu beschaffen. Damit wird der selbstverständliche Grundsatz alles soliden Handels aufgehoben, daß der Erlös einer Ware die Anschaffungskosten nur um einen den berechtigten Lebensunterhalt ermöglichenden Betrag übersteigen darf, wenn er nicht als Wucher betrachtet werden soll. Danach bedeuten hente die aus den Wiederanschaffungspreis hin erhöhten Warenpreise ohne Frage allergrößten Wucher,
Von den in Frage kommenden Kaufleuten wird geltend gemacht, daß sie mit ihrem Betriebskapital ohne dies Verfahren überhaupt nicht imstande wären, ihr Lager zu „ergänzen". — Hier kommt eben der gerügte „Geld- Wahn" wieder zur Wirksamkeit, der die Meinung vertritt, durch allgemeine Vermehrung des Geldes könnten alle Ansprüche an Wert wie bisher befriedigt werden, auch wenn gleichzeitig die gegenüber stehende neu erzeugte Menge der Ware nicht nur gleich bleibt sondern sogar abnimmt. Das Warenlager läßt sich bei der heutigen Mindererzeugüng eben nicht allgemein auf der gleichen Höhe halten. Der Vevsuch läßt die Notwendigkeit äußerster Einschränkung den Kunden nicht zum Bewußtsein kommen und muß notwendig zu einer ungeheuerlichen Anschwellung der Teuerung führen, die deren bisherige „lawinenartige" Erhöhung soweit hinter sich läßt, daß keine bildliche Anschauung mehr zur Verfügung steht und der Zusammenbruch unserer Wirtschaft unvermeidlich ist. —'Es ist möglich, daß, wenn der gedachte falsche Geschäftsgrundsatz nicht anerkannt wird, manches kleinere Geschäft sich nicht mehr halten läßt und der Untergang des Inhabers unvermeidlich wird; aber die Berechtigung des Verfahrens daraus abzuleiten wäre geradeso „unbiologisch" gedacht,' wie wenn man den Untergang des .Kleinrentners dadurch aufhalten wollte, daß man alle früher ausgeliehenen Kapitalien, einschließlich der Staatsschulden, zum „Goldwert", also heute schon etwa verhundertfacht rechnet.
Die Einheitlichkeit der Gedankenwelt Nietzsches
Zum Erscheinen der neuen Nietzsche-Ausgabe.
Von Max Oehler, Archivar des Nietzsche-Archivs.
Die neue, große, auf 22 Bände berechnete Mufarion-Ausgabe von Nietzsches Werken (Mnsarion-Vcrlag, München), von der bereits 6 Bände fertig vorliegen, hat mancherlei Vorzüge: Sie erscheint in einer Ausstattung, die auch den verwöhntesten Geschmack befriedigen wird und erfüllt damit einen seit langem gehegten Wunsch der Nietzschefreunde. Sie