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Parade stehn. Und nun erscheint, als vvus ex m-relüim, eine ganze Partei, die sich dem Machtwillcn der Herrenmenschen, des Herrenvolkes entgegenstemmt! Keine kleine Versuchung siir die Anhänger des Herrn Poincarü! Wie, wenn die „Beleidigten" sich mit den Oppositionsparteien zusammenschließen und mit ihrem Gift Altfrankreich affiziercn würden! Den Anfang dazu hat Herr Walter mit sein« unvorsichtigen Aufbauschung der Sängerhaussache bereits gemacht. Und es bleibt zu überlegen, ob nicht auch im Lager der Radikalen per- svulicher Ehrgeiz mit dem seinen in ernsthafte Konflikte geraten mag.
Weltspiegel.
9. August.
Seit zwei Tagen sind in London die Besprechungen im Gang, die für das Schicksal Europas, vor allem aber unseres Vaterlandes von höchster Bedeutung werden können. Es liegt in der Natur der Sache, daß jede neue Konferenz, die als Folge des heillosen Versailler Friedens einberufen werden muß, um einen Ausweg aus tausend Schäden zu suchen, — mag sie selbst auch scheinbar ergebnislos enden, — doch allmählich immer näher an die Erkenntnis dvr wahren Ursachen des Verderbens heranführt. Freilich läßt sich noch durchaus nicht mit Sicherheit voraussehen, wieviel solche Schritte uoch notwendig sein werden, ehe der entscheidende Augenblick der Erkenntnis kommt, der eine entsprechende Tat reifen läßt. Vielleicht haben wir dann unsern Leidenskelch schon so weit geleert, daß uns kaum uoch geholfen werden kann, aber der Glaube an die Lebenskraft des deutschen Volkes darf uns selbst auf diesem Tiefpunkt nicht verlassen.
Im Vergleich mit früheren Konferenzen hat sich am 7. August, dem ersten Tage der Londoner Zusammenkunst, eine scheinbar einfache und klci've Lage ergeben. Poinoars hat die Vertreter der drei anderen alliierten .Hauptmachte — Lloyd George, den Italiener Schanzer und den Belgier Theunis —, denen sich diesmal auch der Japaner Hayashi anschloß, nur so weit gegen sich, als diese andern Mächte sich durch die Maßlosigkeit und Vernunftwidrigkeit der französischen Politik in ihren eigensten Interessen unmittelbar gehemmt und geschädigt sehen. Die natürliche Folge dieser unbestreitbaren Tatsache war gleich am ersten Konferenztag ein ziemlich heftiger Zusammenstoß zwischen Poincars und Lloyd George, da letzterer, seinem Temperament gemäß, seinen Widerspruch gegen die Ausführungen des Franzosen in ziemlich schroffer Form zu erkennen gab. Poincars selbst war klug genug, sich durch die der englischen Auffassung nahestehenden Ausführungen Schanzers und Theunis' warneu zu lassen und nachträglich manches aus seiner ersten Rede abzuschwächen.
Man muß sich hier noch einmal an das eriuneru, was in der vergangenen Woche vormrgeganaeu war. Erwähnt wurde schon in unserer letzten Betrachtung an dieser Stelle die schroffe, in der Form eines Ultimatums gehaltene Ablehnung des deutschen Gesuchs auf He-rabsetzung der