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Um Bismarck : zwanzig Briefe aus dem Weimarer Staatsarchiv :
(Schluß.)
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Den Staatsbeamten ist neben einer selbstverständlichen Enthaltsamkeit das mot cl'orürs aufgegeben worden: Die Fahrt über Weimar für un­glaubhaft zu erklären und den Weg des Fürsten über Saalseld als wahrscheinliche Annahme zu Grund zu legen. Das Alles für den Fall, daß die Nachricht sich bestätigt! Eine bestimmte Nachricht, daß der Fürst nach Jena komme, ist noch nicht einmal dorthin gelangt und wird dort erst morgen erwartet.

Herr von B. (Name unleserlich) wird über den Verlauf seiner Mission, die er heute in Jena erfüllte, Ew. Königlichen Hoheit unmittelbar be­richten. Mir schien es, daß er der dort obwaltenden hochgradigen und enthusiastischen Bewegung gegenüber mit dem nötigen Takt aufgetreten sei, und ich glaube auch einen Erfolg dieses Auftretens als wahrscheinlich erwarten zu können.

Ich sprach heute den Preußischen Gesandten und setzte ihm ausein­ander, wie allen von der Regierung abhängenden Staatsbeamten eine gänzliche Enthaltsamkeit auferlegt worden sei. Sollten aber unabhängige Korporationen und die Bevölkerung eine andere als die wünschenswerte Haltung in Jena einnehmen, so sei die Negierung dafür nicht verant­wortlich. Der Gesandte sprach feine Befriedigung über das Einverständnis beider hohen Regierungen (der seinen und der unsrigen) aus und er­kannte an, daß nur dasjenige offiziell fei, was die Regierung anordnet oder ermutigt, nicht aber das freie Gebahren von andern Körperschaften und Personen. , Ich hoffe, am Dienstag schon hier abgereist zu sein.

In tiefster Ehrfurcht verharrt Ew. Königlichen Hoheit untertänigster

von Groß.

Vom Kulturkampf in den Künsten.

Paul VettersKritische Zeitbilder".

Von Alfred Schattmann.

Die wesentliche Uebereinstimmung derfuturistischen" undexpressio­nistischen Bewegung" in der Malerei, Musik, der Dicht- und bildenden Kunst ist, wenn man näher zusieht, sicher nicht allein auf Kräfte zurückzu­führen, die, die Fesseln der Ueberlieferung sprengend, mehr und mehr das Menschentum an sich zum Ausdruck bringen wollen. Immerhin haben das ia die Künste auch manchmal schon früher vermocht. Wo aber bis­herige Erfahrungen und Regeln, Form- und Gestaltungsgrundsätze im Einzelfalle als Hemmnis wirken mochten, da erweiterte der schöpferische Wille von jeher seine Ausdrucksmöglichkeiten in organischem Fortschreiten. Alle Großen der Kunst standen auf den Schultern ihrer Vorgänger. Der jüngsten Bewegung geht eine solche organische Fortentwicklung zu langsam. Sie reißt ein, wirbelt das Chaos durcheinander und kann doch das Na­turgesetz nicht umstoßen, daß der tanzende Stern Kristallisation, erneute Ordnung bedeutet. Im Grunde stimmt die jüngste Bewegung in allen Künsten darin überein: es wird nach neuen Methoden des Ausdrucks ge­sucht. Das Was rückt in den Hintergrund, das Wie gibt den Ausschlag.