Heft 
81 (1922) 81. Jahrgang.
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313
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Die Grenzboten

Politik, Literatur und Kunst

81. Jahrgang, 5. August 1922 Nummer 29

Am Bismarck.

Zwanzig Briefe aus dem Weimarer Staatsarchiv.

Zum ersten Mal herausgegeben von Archivar Dr. Felix P i s ch e l.

(SWuH.)

8. Carl Alexander an Bismarck.

Eure Durchlaucht werden vielleicht Sich Wundern, heute schon einen Brief zu erhalten, der den Zweck hat, Ihnen zu Ihrem Geburtstage Glück zu wünschen, natürlch aber finden Sie es gewiß: daß ich strebe, vielleicht der erste Deutsche, in jedem Fall der erste deutsche Reichsfürst zu sein, der zu dieser Angelegenheit mit jenem Wunsch an Sie herantritt. Ich tue dies in vollem Recht, in ganzer Pflichterfüllung allerherzlichster Dankbarkeit für alles, was Sie für das Vaterland getan haben. Die Erinnerung leitet hierbei meinen Schritt, denn sie läßt mich des Kaisers, meines Schwagers, und der Kaiserin, meiner Schwester, gedenken, welche in den Bahnen, die unter Gottes Führung Sie eröffneten, in treuer Pflichterfüllung wirkten. So handle ich nur auch im Sinne beider, indem ich Ew. Durchlaucht Glück wünsche. Ich tue es aus tiefstem Herzensgrund auch im Namen der Großherzogin. Sie werden gern mir glauben, daß ich morgen, wo ich der Einweihung der für das An­denken meiner Schwester in Berlin gestifteten Erinnerungskirche beiwohne, inbrünstig Gott bitten Werde: Er möge das große Werk erhalten und gedeihen lassen, wozu Er Sie berufen, und Sie erhalten und segnen.

In tiefster aufrichtiger Verehrung verbleibe ich

Ew. Durchlaucht dankbar ergebener Freund Carl Alexander.

(Ohne Datum. Zum Geburtstag 1890?)

9. Bismarck an Carl Alexander.

Friedrichsruh, 20. April 1890. Allerdurchlauchtigster Großherzog, Gnädigster Herr!

Eurer Königlichen Hoheit sage ich meinen untertänigsten Dank für die gnädigen Wünsche, mit welchen HöchMeselben mich zu meinem Geburtstage,,