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Elsaß-Lothringische Fragen : (Vgl. Nr. 20, 21, 22) : 4. Krisis des Parteilebens.
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Die Unentwegten der Gegenseite arbeiten mit nichtssagenden Ver­drehungen: die Mitglieder der neuen Partei, die sich trotz des nichts weniger als parlamentarischen Verlaufs der ersten Tagung sogleich zahlreich eingeschrieben haben sollen, seien Deutsche und naturalisierte Deutsche! Damit beschwört man in Paris die Gefahr, die in Straß- burg droht. Bulach ist den früher im Lande wohnhaften Altdeutschen nichts weniger denn als deutschfreundlich bekannt. 1913 soll er im Empfangskomitee zur Bejuibelung der Franzosen eifrig tätig gewesen sein. Aber trotz allem: was bei den anderen Parteien entsprechend ihrer partei­taktischen Bindungen nicht frei zum Austrag kommen konnte, hat Bulach vor 30V0 Hörern frank und offen zum Ausdruck gebracht. Mögen feine Forderungen auch bunt zusammengetragene wilde Blumen sein, die sich zum Strauße fügen sollen sie werden in der gegenwärtigen Enge des politischen Lebens Duft und Farbe nicht umsonst verschwendet haben!

Weltspiegel.

, 26. Juli.

Mit Spannung wartet die Welt auf irgend einen Fortschritt in der Reparationsfrage, die ja doch nun einmal dauernd im Mittelpunkt aller politischen Betrachtungen steht. Bisher immer noch vergebens, wie es nicht anders sein kann, solange Frankreich unter Nichtachtung aller wirtschaft­lichen Wirklichkeiten die Befriedigung seiner politischen Machtgelüste an die erste Stelle stellt und augenscheinlich keinen Zweifel darüber lassen möchte, daß auch der Ruin Europas es nicht hindern würde, an den Rechten, auf die es als Sieger Anspruch zu haben glaubt, festzuhalten und nötigenfalls seine ganze politische und militärische Macht dafür einzusetzen.

Frankreich sah sich in seiner Taktik um so mehr bestärkt, als Englands Schätzung der französischen Macht sich stark mit Furcht zu mischen begann und man dort sehr bereit war, das Unbehagen, das man gegen den über­mächtig gewordenen Bundesgenossen empfand, hinter einer doppelt eifrig zur Schau getragenen Freundschaft zu verstecken, die etwa aufsteigende Gegensätze vorsichtig und schnell in Entgegenkommen und Nachgiebigkeit erstickte. Die französische Politik wurde dadurch stark verwöhnt, und da sie während der ganzen Zeit mit einem Wechsel in der englischen Regierung kaum zu rechnen hatte, so konnte sie auch ihr Verhalten gegen England un­bedenklich in besonderem Maße auf die persönlichen Eigentümlichkeiten, Auffassungen und Neigungen von Lloyd George einstellen. Der Ton, den Poincars bei der Rechtfertigung seines Standpunktes gegenüber England anschlug, war unter diesen Umständen der einer scheinbar naiven, freund­schaftlichen Schroffheit, die sich alles erlauben darf, wie es unter guten Freunden üblich ist, die sich nichts übelnehmen. So sollte es vor der Welt aussehen; im übrigen wußte ja Poincarü, daß Lloyd George im Hinter­grunde des biederen Freundesblickes seines französischen Verbündeten sehr Wohl den scharfen Strahl wahrnahm, der hart und unerbittlich auf die ge­panzerte Faust wies. Die Art, wie der französische Ministerpräsident noch vor wenigen Tagen die Frage seines Besuches in London unter Be-