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der Erde, so hätte er sich in Wahrheit einer kopc>rnikanischen oder faustischen Geschichtsbetrachtung rühmen dürfen. Indem er aber alles, was der geringeren Reichweite seines Blickes verschwommen und unklar erscheint, als verschwommen und unklar an sich erklärt, steuert er zwangsläufig jenem geistigen Nihilismus entgegen, der sich auf der letzten Seite seines Werkes äußert in den Worten: „Die Zeit ist es, deren unerbittlicher Gang den flüchtigen Zufall Kultur auf diesem Planeten in den Zufall Mensch einbettet, eine Form, in welcher der Zufall Leben eine Zeitlang dahinströmt." Noch niemals sind dem Fluchtwinkel aller Ruhe- bedürstigen, dem as^luin lAnorantias, wie Spingza den Zufall nennt, weitere Grenzen gezogen worden als in diesem Buche, das unser aller Knltnr ein Ragna'rök ansagen möchte.
Untergang des Abendlandes — wie oj^t schon hat man den Menschen des Nordens damit bangen wollen! „Diese unsere Zeit, von der man meint, sie sei der Welt Untergang", beginnt Grimmelshausen seinen Simplizissimus. Die zermalmende Walze des Dreißigjährigen Krieges war über Deutschland gegangen, und da fehlte es nicht an apo!kalhpti>schen Propheten. Ein Untergang der „Welt", so weit der Europäer sie damals überschaute, wurde angesagt um 1500, um 1000, nnd dazwischen im Zwölfhundert, als das große Sterben kam (auch so ein Geschenk des lieben Morgenlandes). Er hätte auch angesagt werden können, als der Hunnenanproll das gewaltige Ostgotenreich, das hochkultivierte damalige Mitteleuropa, zerschmetterte und der greise Ermanarich verzweifelt aus dem Leben schied. Und immer wieder hätte ein Spengler jener Tage um tausend Jahre zurückrechnen und den erschreckten Zeitgenossen klarmachen können, daß und warum die Herrlichkeit zu Ende war. Ja mehr noch: gegen Ende der jüngeren Steinzeit, um 2000 vor unserer Zeitrechnung, läßt sich eine solche drohende Europadämmerung nachweisen in allen Einzelheiten. Wir haben sie überstanden wie alle anderen nachher. Wir werden sie auch diesmal überstehen, mag gekommen sein und mag noch kommen, was da wolle.
Morgenländisches in unserer Sprache.
Von Prof. Dr. W. B er g (Karlsruhe). 2.
Biblisches bei Schiller und in unserer Umgangssprache. — Die morgenländische Dichtung.
Wie Goethe, so stand auch Schiller unter dem Einflüsse der Sprache Klopstocks und der Bibel. Besonders in den Jugendwerken zeigte es sich, welch großen Anteil beide Elemente an der Entwicklung seines Stils gehabt haben. Die zahlreich vorkommenden Wörter „Hölle^ Teufel, Himmel" u. a. und die Zusammensetzungen damit wie „Höllendrache, Höllenpfuhl, Höllenrachen usw." lassen nicht" erkennen, welcher von beiden Quellen sie entflossen sind; aber biblisch z. B, ist die Stelle im Gedicht „Die Worte des Glaubens": „Was kein Verstand der Verständigen sieht, das übet in