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bundenen Ruhm durch wertvolle Leistungen aus wissenschaftlichem Gebiete zu erbalten und zu erhöhen. Bon denen, die sich mn neuen Jahrhundert ausgezeichnet haben, darf ein Mann nicht unerwähnt bleiben: Dr. Friedrich H^ltze, der Geschichtsschreiber des Kamm>.rger:ci.!:s.
Mögen die guten Geister und insbesondere der Geist Hoffina-mL das Kammergericht nie verlassen! Die alte Ueberlieferung teö: im Kammer- gericht ungeschmälert fort, anerkannt und getragen durch das Bewußtfein aller ieiner Mitglieder, in treueste Pflichterfüllung, wie die Borfahren, die höchste Ehre zu' seyen und sich bei den Gerichtseingesessenen das felsenfeste Vertrauen auf die unerschütterliche Gerechligkeitsliebe zu bewahren. Und so möge es bleiben immerdar!
Die beiden Amerikas.
Von einem A u s l a n d s d e u t s ch e n.
Der Deutsche macht hier in Brasilien, wie in ganz Südamerika, die erfreuliche Erfahrung, daß das Lügengewebe, mit dem die Entente seit 1914 der Welt den Blick aus Deutschland verhangen und das Erkennen deutschen Wesens uud deutscher Verhältnisse erschwert oder aar unmöglich gemacht hat, im Lause der letzten zwei Jahre gründlich zerstört worden ist und da, wo etwa noch Reste davon vorhanden sind, durchschaut zu werden beginnt. Es ist eine deutschfreundliche Literatur entstanden, die sich Beachtung erzwingt. Das im Jahre 1917 erschienene, damals nur von deutsch-brasilianischen Kreisen beachtete ausgezeichnete , Werk von Dunshee de Abrcmches ,A Illus^s LraÄlkira" findet jetzt aufmerksame Leser auch unter ententistisch gerichteten Lusobrasilianern, die das wahre Gesicht des Krieges zu erkennen und den Dingen auf den Grund zu gehen suchen; ein anderes sehr beachtenswertes Buch „H. HllsinanKa, 8acmss.ag," (Das geplünderte Deutschland) von Marie Pinto Se-rvci, das mit dem Versailler Frieden energisch ins Gericht geht, konnte jetzt in Sao Paulo in zweiter Auflage erscheinen. Der sehr tüchtige und gründliche junge Journalist Assis Chateaubriand tritt in dem angesehenen Tageblatt „Correio da Mcmhci" in Rio allwöchentlich in geschickter und wirkungsvoller Weise sür die deutsche Sache ein und deckt geschickt die Zusammenhänge zwischen den deutschen und brasilianischen Interessen auf. Auch Zeitungsorgane, die früher ausgesprochen deutschfeindlich waren, haben umgelernt. Der „Correio de Pove" in Porto Alegre, das größte Blatt Südbrasiliens, das im Kriege an der von de>r Regierung begünstigten oder zum mindesten geduldeten Deutschenhetze führend beteiligt war, sandte erfreulicher Weise bei der Ankunft des ersten deutschen Berufsdiplomaten in Südbrasilien zu dessen Empfang einen Redakteur, der ihn interviewte und die Erklärung abgab, daß sein Blatt sich in Zukunft aufs tatkräftigste der deutschen Interessen in Rio Grande do Sul und Brasilien annehmen werde. Infolgedessen erlebt man jeyt bei diesem übrigens gut und großzügig geleiteten Blatte das Schauspiel, daß seine redaktionellen Artikel deutschfreundlich gehalten sind, seine Telegrammspalren aber, wie die aller südamerikciuischcn Blätter, die ja auf die