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Nachfolgestaaten der ehemaligen Habsburgischen Monarchie trübe und ungeklärt. Eine ganz besondere Stellung nimmt nnter ihnen Ungarn ein, wo erst kürzlich neue Wahlen stattgefunden haben. Aber erst in der nächsten Zeit werden die dadurch geschaffenen Verhältnisse klarer zu übersehen sein.
W. v. Masso w.
Vücherschau.
Kun st.
Otto Stiehl, Der Weg zum K u n st v e r st ä n d n i s. Eine Schönheitslehre nach der Anschauung des Künstlers. Mit 353 Abbildungen im Text. Berlin und Leipzig 1921, Vereinigung wissenschaftlicher Verleger Walter de Gruhter u. Co. Geh. 60 M.
An Kunsterziehungsbüchern haben wir keinen Mangel. Aber Stiehl geht seinen eigenen Weg. Souverän verwendet er ein aus allen Zeiten und Zonen verknüpftes Anschauungsmaterial, wobei die Architektur überwiegt, die Zusammenhänge oft verblüffend neu wirken. Auch ein verhältnismäßig Unbewanderter kann dos Buch studieren und wird ihm gesunde Anleitung danken. Müssen wir doch nach den seelischen Zerstörungen des letzten Jahrhunderts die natürliche Raumkunst früherer Geschlechter uns erst wieder denkend und einfühlend zu erwerben suchen.
Orbis Pictus, Weltkunst-Bücherei. Herausgegeben von Paul Westheim. Band 7: Carl Einstein. Afrikanische Plastik. — Band 8: Walter Leb, mann, Altmexikanische Kunstgeschichte. Ein Entwurf in Umrissen. — Band 9: Otto Weber, Die Kunst der Hethiter. — Berlin. Ernst Wasmuth. Der Band 30 M.
Von diesen drei Exotenbänden bringt der erste eine Ergänzung Karl Einsteins zu seiner früher herausgegebenen Negerplastik, zugleich eine Revision und Läuterung seiner Anschauungen, wobei aber der Grundgedanke geblieben ist: den ^kubischen Grundzug der afrikanischen Kunst im Gegensatz z. B. zur ozea- nischcn herauszuheben. Von hohem Reiz und Wert ist der Mexikoband Leh- rnanns, der nicht nur aus 48 kommentierten Tafeln eine umfassende und streng gesichtete Sammlung eindrucksvoller Denkmäler gibt, sondern auch den Versuch einer zusammenfassenden Skizze der Kunstgeschichte Alt-Mexikos wagt. Ein noch viel kühnerer Vorstoß in kunstgeschichtlich dunkles Neuland bedeutet der dritte angezeigte Band. Wenn auch in dem erhalteten hethitischen Denkmälerbestand das Handwerkliche überwiegt, w zeugen doch einige wenige von Weber abgebildete Funde von so künstlerischer Qualität, daß der Genius des Volkes nicht nach der Masse des Erhaltenen beurteilt werden darf. Die Bausitte, die Fassaden mit Bildwerken zu schmücken, ist nach Weber bei den Hethitern aufgekommen, und dieser Trieb entfaltet insbesondere in den Tierdarstellungen eine hohe schöpferische Kraft. Durch diese Bände wird einem weiteren Publikum überhaupt der erste Einblick in ferne und kraftvoll eigenartige Kulturen erschlossen.
Paul Westheim. D a s H o l z s ch n i t t b u ch. Mit 144 Abbildungen nach Holzschnitten des 14. und 20, Jahrhunderts. 1. bis 3. Tausend. Potsdam 1921. Gustav Kiepenheuer. 100 M
Ein feinsinniger Kunstdeuter sieht in der noch problematischen expressionistischen Kunst am lebensreichsten und formglücklichsten den neuen Hokz-