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haben sie das — damals mit Worten beschworene — Gespenst des Anti- klcrikallsmus mit in den Kauf genommen. Bis heute beanspruchen sie, als Bürger einer besonderen Klasse behandelt zu werden, und Müssen dieses Plus ständig durch um so krampfhaftere Betätigung eines überspannten, beinahe götzendienerischen Patriotismus vergüten. Der seelische Kern dieser Politik liegt darin, dcch einzelne betagte Kleriker in der Freude darüber, daß ihre im Herzen bewahrte Jugendliebe zu Frankreich in ihrem Alter noch ein Resultat gezeitigt hat, in eine nationalistische Taumclkrankheit verfallen sind, und daß nun die Jungen diesen überlebten Rnmmel einfach .uitmachen müssen. Ob aber die Alten ewig leben!
Gedächtnisstörungen.
Von Ernst Armin.
Viele Menschen leiden von einem gewissen Alter an unter einer Abnahme ihrer Gedächtniskraft, die ihnen schwere Stunden bereitet. Gar nicht selten begegnen wir in den Lebensbeschreibungen großer Männer von der bitteren Seelenpein, die ein schwindendes Gedächtnis namentlich für den geistig Schaffenden hervorruft. Wo das Gedächtnis fehlt, wird die Arbeitsfähigkeit eines solchen Mannes wesentlich herabgesetzt. Selbst durch die besten äußeren Hilfsmittel läßt sich ein gutes Gedächtnis nicht voll ersetzen. Bietet es doch die unschätzbare Möglichkeit zu eigener lebhafter Assoziationstätigkeit. Es häuft gewissermaßen den Rohstoff zu jener blitzartigen Verbindung weit auseinander liegender Tatsachen und Gedanken an, die einen Grundbestandteil des genialen Schaffens ausmacht. Deshalb ist es berechtigt, wenn Quintilicm das Gedächtnis das Handwerkszeug des Genies nannte.
Wie nun aber einerseits das beste Musikinstrument in der Hand eines Stümpers keinen vollen und schönen Ton hergibt, wie also ein gutes Gedächtnis in der Hand eines wenig begabten oder gar schwachen Geistes einen kläglichen Eindruck macht, so kann andererseits ein Instrument, das nicht tadellos gebaut ist, vielmehr mancherlei Mängel aufweist, gleichwohl unter der Hand eines genialen Musikers die wunderba-rsten Töne von sich geben. Selbst wenn drei Saiten gerissen sind, vermag er auf der allein übriggebliebenen vierten noch weiterzufvielen und seiner Geige Töne zu entlocken, die alle Welt in Entzücken versetzen. So haben große Männer auch mit schlechtem Gedächtnis dennoch wunderbare Leistungen hervorzubringen gewußt.
Es gibt Gehirne, die trotz der Feinheit ihres Baues, trotz der zweifellosen Begabtheit ihres Besitzers doch nur bestimmte Mengen von Wifsens- und Erinnerungsstosf zu fassen vermögen, Wird mehr in sie hineingepreßt, so fließt gewissermaßen an irgendeiner anderen Stelle etwas früher Gelerntes oder Aufgenommenes wieder ab.
Meist wird dieser Mangel der Gedächtniskraft peinlich empfunden. Trotzdem macht er sich bei Männern von großen Geistesgaben nur selten störend bemerkbar. Sie Pflegen Assoziationsgabe, gesunden Menschenverstand und Geistesgegenwart genug zu besitzen, um es nicht nötig zu