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Weltspiegel.
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einer Lehre und Weltanschauung, die dein Bestände der westeuropäischen Staaten direkt gefährlich sei, betrachtet werden müsse. Dieser Gesichtspunkt ist gewiß nicht ganz außer Acht zu lassen. Denn indem sich die russische Regierung noch immer grundsätzlich zu dieser Lehre bekennt, die in den Nachbarländern als Ausdruck der radikalsten Uinsturzideen bewertet und gefürchtet wird, hält sie sich ein Eisen im Feuer, aus dem im gegebenen Augenblick Wohl unter gewissen Umständen eine gefährliche Waffe ge­schmiedet werden kann. Dennoch darf nicht vergessen werden, daß der Bolschewismus seine Rolle als Mittel zur gänzlichen Umgestaltung eines in unvolkstümlichen Formen erstarrten Rußlands im wesentlichen aus­gespielt hat. Aus dem Uebergangsstabium schält sich allmählich der echt­russische Staat, wie er im Grunde immer gewesen ist, wieder heraus, jetzt natürlich ausgestattet mit vielen Errungenschaften des modernen Verkehrs und der modernen Zivilisation, aber doch in seinem Wesen kaum ver­schieden von den früheren Gebilden, die den Namen Rußland führten. Ein stark und eigenartig entwickeltes Nationalbewußtsein, wurzelnd in einem reichen Gefühlsleben, eine ungewöhnliche passive Widerstandskraft, alles zu ertragen bereit, eine selbstverständliche, instinktmäßige Hingabe an das Ganze, den Staat, ohne den geringsten Anspruch der Rücksichtnahme auf das Volkswohl, das sind ihre wesentlichen Kennzeichen, die un­verwischbar sind, mag der Träger der Gewalt Rurik, Iwan III., Peter der Große oder Lenin heißen. Wer sie sind auch nicht auf andere Völker übertragbar! das mag den Ueberängstlichen zum Trost dienen. Das Ruß­land, das sich jetzt neu aufzubauen beginnt, ist trotz seinem Bekenntnis nicht mehr bolschewistisch, und es ist ein Irrtum, zu erwarten, daß ein ausdrücklicher, förmlicher Sturz des gegenwärtigen Regierungssystems das Siegel unter die neueste Entwicklung setzt. Es ist durchaus richtig, daß wir uns nicht durch ängstliches Abwarten gute politische und wirtschaftliche Aussichten rauben lassen, sondern hier tapfer zugreifen und handeln.

Wir wollen die damit zusammenhängenden Verhältnisse in den östlichen Staaten heute hier noch nicht behandeln. Nur streifen wollen wir die Tatsache, daß der österreichische Bundeskanzler Schober ge­stürzt worden ist, weil er sich durch seine Politik, namentlich durch den mit der tschechoslowakischen Republik abgeschlossenen Vertrag von Sana, der Hauptstütze beraubt hatte, die er ursprünglich in der Großdeutschen Partei besaß. Auf diese Verhältnisse, auch auf die Entwicklung in Ungarn, wollen

Wilhelm Bodc, Goethe in vertraulichen Briefen seiner Zeit­genossen. Auch eine Lelbensgeschichte. 1. Band: Im alten Reiche 1749 bis 1803, 2. Band: Die Zeit .Napoleons 18031816. Berlin 1921. E. S. Mittler u. Sohn. Geh. 46 bzw. 35 M. Pappband 56 bzw. 44 M. Ganzleinenbaird 65 bzw. 52 M.

Bücherschau.

L i t e r a t u r ge s ch i ch t e. (Schluß: vgl. Heft 20.)