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Was die Tschechen uns danken.
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noch Dresden fahren, und niemand wird sich dabei des Gefühls erwehren können, daß er hier um mindestens ein Vierteljahrhundert nach vor­wärts gekommen ist. Es ist heute eine Tatsache, mit der jedermann in Europa nwd> in erster Reihe wir Tschechen rechnen müssen, daß sich gegenwärtig an der Nordgrenze der heutigen HoSsburgischen Monarchie eine in Wahrheit großartige und gigantische Erscheinung abspielt, und daß jeder neue Fabrik­schornstein und jede neuerliche Erweiterung einer der unzähligen deutschen Groß­städte nur ein Beweis dafür ist, daß das Deutsche Reich heute in Wirklichkeit die erste Großmacht des Festlandes ist. Aus Industriestädten werden Industrie- Provinzen, ans Jndustrieprovinzen ein Jndustriereich und aus dem Industrie- reiche die Werkstätte für einen ganzen Weltteil das ist die Linie, der entlang heute Deutschland mit der eisernen Kraft einer Lokomotive auf den Schultern seiner Millionen von wohlausgebildeten Arbeitern vorwärtsgetragen wird, um dereinst der führende Faktor in den Vereinigten Staaten des Europa der Zukunft zu werden."

Das war vor elf Jahren. Für den Augenblick stimmt die Wirklichkeit in Böhmen und anderwärts nicht ganz zu Soukups Voraussage. Aber wir lassen nicht von der Zuversicht, daß sie sich eines Tages erfüllen wird, wenn wir das Unsere tun.

Weltspiegel.

31. Mai.

Der Tag, an dem wir heute den üblichen Rückblick auf die politischen Ereignisse einer Woche abschließen, sollte noch dem Wunsche Frankreichs ein kritischer Tag erster Ordnung in der hohen Politik werden. Falls Deutschland nicht die Forderungen der Reparationskommission befriedigend beantwortete, drohte Frankreich mit Sanktionen, d. h. in diesem Falle mit dem Einmarsch in das Ruhrgebiet. Es stieß dabei auf den offenkundigen Widerspruch der eigenen Verbündeten. Vielleicht ist auch der von ver­schiedenen Beobachtern wahrgenommene Eindruck nicht unrichtig, daß sogar m Frankreich selbst der Ueberdruß und der Unwille wegen des nationali­stischen Treibens, das das Land nicht zur Ruhe und zu friedlicher Arbeit kommen läßt, im Steigen begriffen ist. Freilich ist es nicht leicht, Stärke und Wirkung dieser Strömung nachzuweisen und richtig abzuschätzen; denn die eigentümliche moralische Feigheit der vernünftigen und anständigen' Franzosen gegenüber dem nationalistischen Geschrei einer Minderheit machtberauschter und gloiresüchtiger Fanatiker ist eine kennzeichnende Er­scheinung, die sich durch die ganze französische Geschichte hindurchzieht. Aber es darf doch nicht unbeachtet bleiben, wenn dieser -Tage in offener Sitzung der französischen Kammer der Abgeordnete Favre trotz heftigem Toben der Verhetzungspolitikcr Herrn Poincarv wegen seiner Politik hart zusetzte und sich als Redner für eine Politik der Vernunst, Billigkeit und Beruhigung zu behaupten verstand.

Die Anhänger der alten sranzösischen Gewaltpolitik, zu denen bis jetzt immer noch die Stimmsührer in dem Chor der öffentlichen Meinung Frankreichs zählen, suchen ihren Standpunkt dadurch zu retten, daß sie ihren herrischen und beleidigenden Ton gegen Deutschland und die An­zweiflung seines Friedenswillens und seiner Bertragsehrlichkeit sorgfältig