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Elsaß-lothringische Fragen : 1. Die "Republikanische Volkspartei".
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Elsatz-lothringische Fragen.

Von einem Elsässer. 1, Die „Republikanische V o l t s P a r t e i".

Es geschieht nicht ohne Gefühle der Trauer und der Scham, wenn man die Entwicklung der katholischen Politik im Elsaß der Nachkriegszeit sich und andern vor Augen zu stellen sucht. Wieviel Kleines, Erbärmliches hier zutage tritt und von welch verhängnisreichen Folgen das an sich so Unbedeutende und Häßliche gewesen ist, davon läßt sich nur schwer ein Bild gewinnen. Die katholischen Priester sind, aus Mangel an Mut und Persön­licher Eitelkeit oder aus Verblendung und Haß. die Totengräber der ,/Äsässischen Eigenart" geworden, für die gerade sie so unentwegt zu, kämpfen vorgaben.

Als im Spätherbst 1918 die Frage der Volksabstimmung laut wurde, hat man sich in katholisch-politischen Kreisen mit Hohn darüber ausge­lassen, war aber taktisch geschickt genug, im Prefsekamps gegen das Plebiszit dem „Sozialisten" und aus der Levante stammenden „Urelsässer" Epeirotes alias Peirotes die Vorhand zu lassen, der die Neutralisten als „Nicht- elsässer" zu verdächtigen wußte. Und doch sagte sich damals jedermann, daß un Falle der — eventuellen — neutralen Lösung des — eventuellen — Plebiszits die Katholiken als stärkste uud geschlossenste politische Partei jedes Heft iu der Hand gehabt und ihren notorischen Herrfcherwillen ln fast unboschränkter Weise hätten zur Geltung bringen können. Ein neutrales Elsaß wäre ein klerikales Elsaß geworden. Trotzdem jene prinzipielle Abneigung gegen jede Volksabstimmung?

Es gibt zwei Gründe dafür, einen uneingestandenen und einen ein­gestandenen. Jener ist von beiden der ausschlaggebende. Es mußte — voraussichtlich — den Führern des elsässischen Klerikalismus mehr persön­liche Ehre einbringen, in Paris als D6putös eine Rolle zu spielen, als für sie im kleinen, von allen Seiten gedrückten Pusferstätchen Elsaß- Lothringen zu gewinnen gewesen wäre. Und wie die Politik des elsaß­lothringischen Zentrums nach wie vor die seiner Führer ist, ein Moment, das nie übersehen werden darf, wenn man diese Politik genügend verstehen und würdigen will, — so haben die Katholiken es gerade ihren Führern zu danken, daß sie nun für die Dauer der verflossenen und kommenden Jahre nationalistisch-französisch festgelegt sind. Der zweite Grund wird am besten einleuchtend, wenn wir ein konkretes Vorkommnis in der Partei­geschichte der letzten Vergangenheit erläuternd festlegen. Der Fall wird, ins Enge gebracht, wertvolle Rück- und Vorschlüsse auf die treibenden Kräfte der heutigen Parteibestrebuugen zulassen. Er wird daher etwas genauer beleuchtet werden müssen.

Im Spätherbst 1921 hatte bekanntlich, bei Gelegenheit einer öffent­lichen Tagung, ein Pfarrer die Dreistigkeit, katholischen Parteiführern Käuflichkeit im franzöfifchcn Sinne vorzuwerfen. Selbstverständlich mußte er widerrufen, während der Parteivorsitzende, Herr Dr. Pfleger, vom Prä­sidium zurücktrat, — um bald danach den Vorsitz nach einer höchst auf­schlußreichen pro clnnro gehaltenen Programmrede wieder zu übernehmen. Es ist von Interesse, einerseits die Resolutionen des klerikalen Delcgierten- tages anläßlich jenes (Grafenftadener) Vorkommnisses, andererseits die