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haben von diesen Plänen nichts; mit Westfälisch-Minden hört für diese Gebiete die Großschiffahrt auf; und doch ist gerade die Weser der einzige deutsche Strom, der unberührt geblieben ist von der Hand der Fremden. Ueber ihn gebieten wir noch von der Quelle an bis zur Mündung. Ihn also sollten und müsse» wir ausbauen und verlängern nach rückwärts so weit es nur irgend geht — bis an die Donau, die vielgesuchte, die vielversprechende! — bis an den Fuß der deutschen Hochgebirge, um auch dos Letzte und Allerletzte aus deutschem Boden herauszuholen. Der Weg geht über Meiningen, Koburg, Bamberg und Nürnberg. Bamberg-Nürnberg aber ist ja bereits gesichert durch das Vorhaben des Nhein-Moin-.D.mou-Konals. Man fördere diesen, baue aber zunächst und vor allen Dingen das Teilstück von Bamberg bis zur Donau und fördere zugleich den Plan des Wescr--Main-Kanals. Wie Die Dinge heut liegen, steckt in der großen Wasserstraße von Bremen aus an die Donau geradezu die Rettung.Deutschlands aus seiner Verkehrsnot.
Deutschbaltische Mannes- und Gelehrtenkämpfe
Vgn Hellmuth Magaevlv von Calvy.
Wir finden sie geschildert in den „L e b e n S e r i n n e r u n g e n" von Leopold v. Schroeder (herausgegeben von Felix v. Schroeder, H. Hoessel, Leipzig 1921). — Je aufreibender die Gegenwart, um so erfrischender die Erinnerung an die goldene Vergangenheit. Der 2. September 1917: Auf Rigas Türmen schworzweißrote Fahnen! Sedontog — und Riga befreit durchs deutsche Schwert! Und im deutschen Baterland nur auf wenigen Häusern Fahnen? Ja — leider-: es fehlte sehr an Verständnis dessen, was Riga, die Hauptstadt Livlonds, was „Altlivlond" — dos gesamte Baltenland — Lirland mit Kurland und Estlano zusammen — bedeutet: Deutschlands älteste Kolonie! Was ist sie gewesen — was ist aus ihr geworden? Das kann man am Mannesleben Leopold von Schroeders lernen. — „Was ist des Deutschen Vaterland? Soweit die deutsche Zunge klingt." Man kann getrost jedem Volke sein Gutes gönnen, aber man muß wissen, was eigenes Volkstum und Vaterland bedeuten. — „Wir Balten haben kein Vaterland." Diese Klage hat manchem kerndeutschen Livländer schier das Herz zerrissen — und doch haben sie festgehalten am nationalen Glauben und Hosfen: „Das ganze Deutschland soll es sein — soweit die deutsche Zunge klingt" — ja, daß deutsche Art wieder frei leben darf! Solch einer war L. v. Schroeder. Sein äußerer Lebenslauf ist bald erzählt. Sohn der kinderreichen Familie des prächtigen Gymnasialdirektors Julius v. Schroeder in Dorpat, der alten deutsch-livläudischen Universitäts- und Schulstadt am Embachstrande; ausgewachsen auf dem geistig wie materiell reichen Boden Altlivlands; dichterisch veranlagt, wissenschaftlich hochstrebend im Kreise Gleichgesinnter — Harnack, Oettingen, Strümpell, Schvenck, Seidlitz, Bunge, Brosch, Brodle, Stael-Holstein, Hehking —, diese durch Abstammung und Leistung bekannten Namen genügen zur Kennzeichnung des Kreises, der sich damals im studentischen Korps „Livonio", einer „Landsmannschaft" im althistorischen Sinn, zusammenschloß. Es wor die für das Deutichtum verheißungsvolle Zeit nach 1870. Bald darauf brach die russische Reaktion herein. Der Neid ist nicht bloß eine deutsche Eigenschaft. Deutsch-