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erstattung verschwindet, wo immer nur der Redner der eigenen Partei nahezu mit dem vollen Wortlaut feiner Rede Ausnahme findet, während für seine Gegner nur spärliche Zellen übrig bleiben. Nach meinem Geschmack stellt diese Form der Wiedergabe eine der ärgsten Sünden Wider den nationaleu Geist dar; ganz abgesehen davon, daß sie für demjenigen, der das Recht der freien Meinungsbildung für sich in Anspruch nimmt, geradezu beleidigend wirkt. Man wende nicht ein, sine derartige, nach Länge und Inhalt vorgeschriebene Berichterstattung verböte sich schon aus technischen Gründen der Aufnahme in die einzelnen Blätter. Wer hiermit kommt, stellt in echt deutscher Art das Formale über die Sache. Gäbe der vorhin erwähnte Ausschuß zwei Parlamentsberichte, einen längeren nnv einen gekürzten heraus, dann müßte allen billigen Anforderungen entsprochen sein.
Mit Vorstehendem ist ein bestimmter Weg gewiesen — es gibt noch viele —, die zur Verständigung im Innern führen könnten. Daß die Verständigung nie und nimmer restlos sein wird, unterliegt keinem Zweifel. Der Kampf ist auch im parlamentarischen Leben der Bater aller Dinge. Nur scheint mir eines wichtig: wir Deutschen müssen es lernen, die Politik von der Person zu trennen Wir müssen das Einsehen gewinnen, daß man auch einen politischen Gegner achten darf und achten soll. Diese Erkenntnis fehlt aber den meisten von uns. Stark in der Sache, verbindlich in der Forin, das muß für Parlament und Presse die Losung im politischen Kampfe werden, wenn wir nicht immer wieder Scherben aus Scherben und Trümmer auf Trümmer häufen wollen.
Es ist die zwölfte Stunde, daß die Einsicht kommt. Fahren wir fort, im alten politischen Fahrwasser zu segeln, dann wachsen wir selbst zu unseren ärgsten Feinden ans, schlimmer und schädlicher noch als Engländer und Franzosen!
Von der Tagung der Karpathendeutschen.
Die Deutschen in den Karpathenländern sind seit Jahrzehnten genötigt, zur Behauptun-g ihrer völkischen und wirtschaftlichen Interessen rege Schutzarbeit zu betreiben. In Ungarn und Siebenbürgen, in Galizien, der Bukowina und Rumänien entstanden zu diesem Zwecke eine Reihe von völkischen Vereinen, die für ihr engeres Arbeitsgebiet mit Umsicht ihren Zweck verfolgten. Die einzelner! Gruppn dieser Deutschen standen aber miteinander in keiner Verbindung, jeder ihrer Vereine und ihrer landwirtschaftlichen Organisationen arbeiteten für sich. Auch die geschichtliche Forschung in den einzelnen Ländern berücksichtigt nicht die Entwicklung in den benachbarten Siedlungsgebieten. Die Folge war, daß jede Gruppen dieser Deutschien standen aber miteinander in keiner Verbindung, jeder seitige Hilfe gestärkt wurde. Selbstverständlich nahm man daher auch im Mutterland auf die einzelnen deutschen Gruppen keine Rücksicht, hielt sie im Westen für unbedeutend, kaum der Beachtung wert, trotzdem sie im ganzen drei bis vier Millionen Köpfe zählten. Nur die Sachsen in Siebenbürgen erfreuten sich größerer Aufmerksamkeit,
Da trat 1910 Prof. R. F. Kaindl, damals an der Universität in Czerno- witz, mit seinen Gedanken der Tagungen der K a r p a t h e nd e n t f ch e n