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Weltspiegel.
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den Geist der französischen Politik atmeten, rücksichtslos das Bedürfnis seines Landes entgegen, obwohl es offenbar war, daß weder Frankreich noch England bereit waren, seine Anschauungen anzuerkennen. Indessen sah er deutlich, daß der Widerspruch gegen die russischen Forderungen in diesem Falle England und Frankreich nicht einen, sondern trennen würde. Und darin täuschte er sich nicht. Frankreich wollte nm so weniger jetzt in der russischen Frage nachgeben, als es nicht ohne Grund glaubte, daß es in diesem Falle wenigstens nach der Verständigung zwischen Deutsch­land und Rußland start an Prestige bei den sogenanntenRandstaaten" einbüßen würde, die über diese Verständigung starke Unruhe an den Tag legten. Es ist in diesen Tagen trotz alledem zu einer formellen Ver­ständigung zwischen Frankreich und England über ein nenes Memora n d u m a u R ußland gekommen, aber die Herstellung und Abfertigung dieses Aktenstücks ist mit soviel Weiterungen, Zwischenfällen und Krisenerscheinungen belastet, seine Annahme durch Rußland unwahr­scheinlich.

Zwischen Frankreich und England hat sich die Lage in den letzten Tagen zweifellos weiter gespannt. Barthou entschloß sich es tut nichts zur Sache, ob auf direkte Aufforderung Poincarös, oder aus eigener Initiative zu einer Reife nach Paris, mn mit dem Minister­präsidenten Rücksprache zu nehmen. Wie schwierig aber die Lage war, geht daraus hervor, daß er diese Reise von Tag zu Tage aufschob. Schließ­lich trat er sie- doch an, und alsbald verweigerte sein Vertreter Barröre die Unterzeichnung des inzwischen vereinbarten Memorandums an Rußland, ein Zwischenfall, der den Gegensatz zwischen englischer und französischer Politik in helle Beleuchtung rückt. Noch wird man also das endgültige Urteil über die Entwicklung in Genua vertagen müssen. Es verdient aber bemerkt zu werden, daß der Papst Pins XI. in einer bedeutsamen Kundgebung, einem an den .Mvdinalstaatssekretär Gasparri ge- richtetetcn Schreiben, seinen Anteil an den Erfolgen der Konferenz, namentlich an einer wirksamen Hilfe für Osteuropa zu erkennen gegeben hat. Ueber ihre Wirkungen wird sich freilich erst später etwas Bestimmteres sagen lassen. W. v. Massow.

Bücherschau.

Deutsche Roman c.

Der Verlag Cotta (Stuttgart legt die überaus stattliche zweite Serie der Gesammelien Werke von Rudolf Herzog in wiederum sechs sehr schmücken Bänden vor. Da hat die große Herzoggemenide nun auch die neueren feiner berühmten und in vielen Hnnderttanseirden verbreiteten Romane beisammen, den Novellen-Doppellbcmtu Die Welt in Gold nnd Jnngbrnnnen sowie endlich einen fast fünfhundert Seiten starken Band Herzogschcr Gedichte. Gerade diese stärksten Zeugnisse seiner immerfrohen Rheinlandseele werden vielen die liebste Geschenkgabe sein, ein Buch srobesten deutschen Bekennens, welches den stark- gemuten Bau Hcrzogschen Schaffens als das hoch und froh im Winde flatternde deutsche Banner krönt: Ich bin ein Deutscher, will ein Deutscher sein!

Da? gleiche Bekennen legt im stillen Tun ans seiner Scholle der Dhüriniaer Dichtcrsmann Gustav Cchröer ab, von dem ich erst vor einem Jahre