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politisch für den deutschen Neichsgedanken -u gewinnen, war nur eine Frage der Zeit und vor allem der Pflege des Gedächtnisses gemeinsam vollbrachter Kämpfe und Opfer, ein Jmponderabile, das stä-rker Äs alles andere zusammenschließt, das Bismarck 1870 voll in seine Rechnung eingestellt hat, das England heute für den Gedanken des britischen Reiches geschickt zu nutzen weiß. Bei uns hielten während des Weltkrieges die beiden größten Bnndesstaciten die Zeit für gekommen, unter Assistenz der Obersten Heeresleitung durch eine Aufteilung die bisher gemachte-, Konzessionen rückgängig zu machen, ein Plan, dessen Ausführung durch den Einspruch des würltembergischen Ministerpräsidenten v. Weizsäcker verhindert wurde, aber dessen Bekanntwerden verhängnisvolle psychische Wirkungen hatte. Englische Negiernngskunst ging andere Wege. Es ist nie eine Andeutung gemacht worden, frühere Zugeständnisse zurückzunehmen, ja sie wagte nicht einmal den Druck der allgemeinen Wehrpflicht 1916 auf Irland zu legen. Man hat ihr Wohl vorgeworfen, das; sie s. Z. Carson gegenüber die Zügel zu sehr schleifen ließ, daß sie das Versprechen irischer 'Selbstverwaltung'nicht rasch genug einlöste, was Irland zum Schauplatz des Terrors eines latenten Bürgerkriegs machte. Aber nun macht dieselbe Negierung, die einen restlosen Sieg davongetragen hat, Zugeständnisse, die soweit gehen, als es mit der Sicherheit des eigenen Landes vereinbar ist.
Der Krieg ist vorüber. Wir brauchen keine antienglische Kriegspropaganda mehr. Umsomehr tut uns ein objektiver Einblick in die Kräste not, die die Staaten groß und dauerhaft machen.
Freiheit.
T e l l - B c t r a ch t u n g e n.
Sein Atem ist die Freiheit,
Er kann nicht leben in dein Hauch der Grüfte.
(Wilhelm Tell V. 2362 f.)
Die deutsche Republik hat noch keine Freiheitsdichter und FreiheitSdeuker hervorgebracht. Wer nach Freiheit schmachtet, mutz sich schon mit unseren Urgroßvätern unterhalten. Vierfach stand ihnen der Freiheitsbegriff als ein Heiliges im Mittelpunkt des Fühlens. Zunächst die philosophische Sehnsucht nach Freiheit des Willens und des Geistes gegenüber dem Diktat der Natur oder der Materie. Hier ist der Ausgangspunkt des Forschens Kants und derer, die ihm folgten, auch des jungen Fichte. Zum zweiten die Freiheit der Persönlichkeit gegenüber der Umwelt, die schöpferische Läuter.ung des lebendigen Kernes der Individualität von den, leblosen Drum und Dran: die Sendung Goethes und der von ihm zu eigenem Suchen gelösten Geister. Zum dritten und vierten die Freiheit des Bürgers im Staat und die Freiheit der Nation. Nicht grundlos verkoppeln wir diese beiden Strebungen, sie sind fast immer sür jenes Zeitalter verbunden, und wenn der Freiheitsphilosoph Fichte den Kreislauf durch diesen viersciltigen Begriff am sichersten durchmcssen