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nur einen Staatsanwalt, der unserem I. Staatsanwalt entsprach. Alle anderen hießen Staatsanwaltssubstituten. Der Strafanstaltsdirektor ist zum Oberftrafanstaltsdirektor, der Handelsrichter zum „Handelsgerichtsrat" ernannt worden. Wie mir verschiedene Handelsrichter gesagt haben, empfinden sie diese vermeintliche Auszeichnung als eine Geschmacklosigkeit, und der eine fügte witzig hinzu, es fehlte nur noch, daß der Scharfrichter zum „Scharfgerichtsrat" ernannt würde.
Den Anwälten wird bekanntlich nicht mehr der schöne Titel „Justizrat" verliehen, dafür bekommen gewisse mittlere und obere Beamte in den Justizministerien diesen Titel. Auch dies ist in Ansehung der Ersteren ein Mißgriff, denn bei aller Anerkennung für die Tätigkeit dieser Beamten haben sie doch nun einmal nicht Ins studiert und würden deshalb Wohl manchen anderen Titel mit mehr Recht führen als den eines Justizrates.
Der Titel der Vortragenden Räte in den Ministerien ist in,, Ministerial- räte" geändert worden. Auch dies ist zu bedauern, denn gerade jener Titel war durchaus zutreffend, es sind eben Räte, >die ihrem Minister Bortrag zu halten haben und deren Tätigkeit im wesentlichen darin besteht. Die Aenderung ist auch noch inkonsequent durchgeführt: denn der „Vortragende Legationsrat" ist beibehalten worden.
Es mag an dieser Blütenlese neuer Titulaturen genügen. Die alten Titel waren gewiß auch nicht alle schön, z. B. war der „Wirkliche Geheime Ober . . ." eine greuliche Wortbildung. Aber die — leider anonym gebliebenen — Verfasser der neuen Titel wollten doch etwas besseres schaffen. Statt dessen haben sie Titel in die Welt gefetzt, die sich ebensosehr durch einen Mangel an historischem Sinn, wie an gutem Geschmack, wie an Sprachgefühl auszeichnen. Der Zweck aber, der mit diesen Titelverschiebungen erreicht werden sollte, wird doch nicht erreicht. Es ist ein fundamentaler Irrtum, zu glauben, daß man durch Titel eine Stellung heben könne. Die Titel passen sich ihren Trägern an, und haben diese in der sozialen oder gesellschaftlichen oder Beamtenwertung eine niedrigere Stellung, als sie bisher mit diesem Titel verknüpft wär, fo ziehen sie den Titel herab, nicht daß der Titel sie hebt.
Zitas Urgroßmutter.
Eine geschichtliche Erinnerung von Dr. Siegfried Fitte.
Als feinemzeit durch die Blätter die Nachricht ging, daß Königin Zitci sich zu einem neuen ungarischen Abenteuer rüste; ja, daß sie cm ein« Wiederholung jenes rührenden Schauspiels denke, durch das einst die junge Maria Theresia die Herzen der ritterlichen Magyaren entflammte, da mochte man sich dessen erinnern, daß tatsächlich das Blut der letzten Habsburgerin auch in ihren Adern rollt. Die Zeit zu solchen Menteuern ist nun vielleicht vorüber, — gleichwohl aber mag die folgende geschichtliche Erinnerung nicht unwillkommen sein.
Eine Tochter der Kaiserin, die Königin Maria Karoline von Neapel, hatte eine gleichnamige Enkelin, die den Herzog von Berry heiratete, und deren Tochter wieder wurde die Gemahlin des Herzogs von Parma. So ist
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