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Weltspitze!

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Neparationswcihnsinn. Auf der abschüssigen Bahn, auf die sich Deutschland seit dem Waffenstillstände von 1918 begeben hat, gibt es scheinbar kein Halten. Vom ersten Augenblick an hat sich das deutsche Volk gefährlichen Illusionen hingegeben und ist durch die nur allzu rauhe Wirklichkeit jedesmal jäh aus seinen Träumen ge­rissen worden. Mit eiserner Folgerichtigkeit hat die Gegenseite, unbekümmert um papierene Proteste, ihre Absichten verwirklicht, Deutschland politisch wie wirtschaftlich ohnmächtig zu machen. Der Spruch der Pariser Neparationskommission bildet so nur das letzte Glied einer Reihe von Maßnahmen, die dazu bestimmt sind, unter dem Vorwcinde einer Entschädigung an die Sieger Deutschland zu knebeln. Dieses trägt freilich selber die Verantwortung für die heutige Lage. Immer habeu sich Männer gefunden, die in unbelehrbarem Optimismus meinten, die Forderungen der Entente könnten ruhig unterschrieben werden, um den guten Willen Deutschlands kundzugeben. Es werde später in der Praxis alles sich weniger schlimm gestalten, als man im Augenblick annehme. Zum mindesten sei Zeit gewonnen. Bei einer veränderten politischen Konstellation würden die Härten der gegnerischen Diktate schon ausgeglichen und gemildert werden. So war es beim Waffenstillstandsvertrage, beim Verjailler Frieden, bei Spaa, beim Londoner Nevarationsdiktat, bei Ober­schlesien und bei Cannes. Die bitteren Enttäuschungeu dieser mühebcladenen Friedens­jahre haben dein deutschen Volke noch nicht die Erkenntnis gebracht, daß es auf Hilfe von außen nicht rechnen kann, daß weder Amerika noch England oder Rußland ihm beibringen werden, solange es sich nicht selber aufrafft. Was die Reparations- kommissivn dem Deutschen Reich zumuten will, klingt wie ein krasser Hohn für alle diejenigen, die daran geglaubt haben, an die Stelle der kriegerischen Einstellung werde endlich in allerletzter Stunde der Geist des wirtschaftlichen Verständnisses treten. Die Gesamtzahl der Leistungen für 1922 bleibt auf 217S Goldmillionen in bar und Sachlieferungen festgelegt, wobei für nicht ausgeführte Naturalleistungen auf Grund des Bcmelmans-Abkommens über die Ausdehnung der Wiesbadener Ver­einbarungen auf die übrigen Verbündeten noch entsprechende Barzahlungen treten sollen. Der Zahlungswahnsinn, der sogar so weit geht, daß für die Monate vom >ü. April ab von vornherein bestimmte Ziffern für die deutschen Fälligkeiten ange­geben werden, macht an sich schon eine ernsthafte Erörterung der Entschließung über­flüssig. Das Unerhörte bei dem Vorschlage ist aber, daß er wieder in der Form eines Ultimatums gehalten ist, denn die vorläufige, streng auf 1922 beschränkte Ab­änderung des Londoner Diktates vom vergangenen Jahre ist von einer Prüfung durch die Neparationskommission am kommenden 31. Mai abhängig, ob Deutschland die von diesem Ausschuß gestellten Bedingungen erfüllt hat. Diese sehen außer einem Eingriff in die Finanzhoheit des Deutschen Reiches uud einer Kontrolle seiner ge­samten Staatsgebarung die Schaffung neuer Steuern für 1922/23 im Betrage von Lv Papiermilliarden vor, von denen 40 Milliarden noch bis Ende des Jahres ein­getrieben werden sollen. Die Durchführung des Verlangens der Neparations­kommission würde der Preisgabe der deutschen Selbständigkeit gleichkommen. Un­beschadet der verhängnisvollen Folgen, die eine Zurückweisung des gegnerischen Verlangens nach sich ziehen kann, gibt es dafür nur eine Antwort, die glatte Ab­lehnung. Einmal muß die Periode der Nachgiebigkeit ein Ende finden. Mit dem Versuch der Erfüllung ist Deutschland nur weiter ins Elend geraten. Viel schlimmer kann es nicht mehr werden.

Für Genua ist die über Deutschland sich zusammenziehende Krise die übelste Vorbereitung. Poincarö hat endgültig erklärt, er werde nicht nach Genua kommen, und Vivinni hat die Leitung der französischen Abordnung nicht übernommen. Als Grund für sein Fernbleiben schiebt PoincarL die Reise des Präsidenten Millerand nach Nordafrika vor. Dort herrscht ziemliche Unzufriedenheit. Nach der Unabhängig­keitserklärung Ägyptens muß auch iu Tunesieu etwas geschehen. Die halben Maß­regeln, die den Arabern in Algerien einzelne Freiheiten einräumen, sind ebenfalls nichts Durchgreifendes. In Marokko ist Lyciuteh wieder in blutige Kämpfe verwickelt. Aber Nordafrika soll neben dem Sudan Frankreich Soldaten liefern, daher die Ehrung durch die Präsidentenreise, während gleichzeitig die Skandale in Togo bei den Negern Afrikas wie bei den wenigen schwarzen Mitgliedern der Pariser Kammern Bestürzung hervorgerufen babeu. Aber Poincarö fühlt sich, so peinlich Zwischenfälle, wie die Maßregelung Berthelots auch sein mögen, durchaus als Herr der Lage. Nicht ohne Schadenfreude verzeichnet er die Anstrengungen Lord Curzons, aus der Pariser Orient­konferenz mit möglichst wenig Verlust an Ansehen herauszukommen. Das Kabinett

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