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Vom Soldaten zum Bürokraten
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Bom Soldaten zum Bürokraten

Vom Soldaten zum Bürokraten

Von einem ehemaligen Landwehrmajor Deutschnationale volkspartci

^ls am 1. August 191.4 der Mobilmachungsbefehl durch die Lande flog, gab es für den) als Soldaten ins Feld rückenden Mußbürokraten wohl kein reineres Hoch­gefühl, als die vorliegenden Akteil und Geschäftsnummern mit vernehmlichem Krach in die Ecke zu feuern.Da habt ihr euren Plunder! Wen» wir wieder­kommen. Nicht Frühliugsluft durch die Amtsstuben, »nd euch wird bei eurer Gott- nhnlichkeit bange werden!" Und dann

Frisch auf, Kameraden, aufs Pserd, anfs Pferd, Ins Feld, in. die Freiheit gezogen!"

Ein anderer Meusch, frei vou allen Bedenken und gänzlich ohne Erwägun­gen und Erhebungen auskommend, ritt dem Feinde entgegen. Im jungen Tag, auf taufrischer Bahu, mit übermütigen Pferden den. Batterien weit voraus, ha, welche Lnst, Soldat zu sein! Tagsüber Kampf, Marschieren, Instellunggehen. Schießen oder auch Sorge für Manu und Pferd, im Slcllungskampf leider auch nnr langweiliges Anifpassen uud auf der Lauerliegen, alles Diuge, zu deneu Man weder Akten noch alte Scharteken, schlimmstenfalls ein bißchen. Reglement und im übrigen gepuiden Meuscheuverstaud, Entschluß und mltes oder heißes Blut brauchte. Nur am Abend kommt der Feldwebel mit dem uud jenem angekrochen, was entfernt an Schreibtisch uud Gänsekiel erinnert. Aber auch das ist im Hand­umdrehen abgemacht. Namen drnutcr, ob's gerade oder schief, wenn's nur halb­wegs hinhant! Das Bataillon wird schon wissen. Nur nb und zu gibt'S Aus­einandersetzungen.Das Bataillon, beanstandet im Stellungskampf natürlich - -, daß die Batterie lL Schuß zuviel hat!"Zu. viel? Sollen sie irgendwo hin­schießen oder meintSwegeu in den Dreck werfen!" Im Begriff, noch einmal nach unseren Lieblingen, den Pferden, zu sehen oder hnndemttde ius Stroh zu kriechen, hört man noch so was wieBataillon verlangt zn morgen Meldung, ob dortscits ein gewisse.r Jwnn"Was? Dortscits? Iwan??' - - Blödsinn! Schreiben Sie, wir haben keinen Iwan!" Damit ist das Tagespensui» erledigt und jeder­mann ist zufrieden bis ans den Feldwebel, der in Gottes Namen sehen muß, wie er ans Grnud dieser summarischen Fingerzeige mit seinem Schreibkram zurecht­kommt.

Indessen, man soll nicht sagen, daß es keine Bürokraten an der Front ge-^ geben habe. Beim Übergang vom Bewegnngskrieg in den Stellnngskampf oder aus kritischen Situationen in den Znstand des sogenannten schlafenden.Heeres merkte man's allemal, je länger desto mehr. Konnte mau vorher den Divisions­befehl sozusagen in der Westentasche mit sich herumtragen nnö doch alles wissen, was nötig war, so ging's nachher manchmal unter einem halben Dutzend Seiten, nicht ab, als ob Gräben und Batterien eine Art Kommunalverband mit Bürger- steigen, Gas- und Wasserleitung, Steucrzetteln, Schulden und Polizeistrafen ge­wesen wären. Wo's herkam, das weiß der Teufel. Dic Kommandeure waren im allgemeinen nicht für vielen Sums. Einer brachte es allerdings in der Champagne fertig, das Erlegen von Karnickeln ans Grund des Paragraphen so­undsoviel des Jagdschutzgesetzes zu untersagen (was natürlich nicht hinderte, daß man nach wie vor so viel Karnickelfelle haben konnte, wie man wollte).. Man denke, Jagdschutzgesetz, im mänuermordenden Krieg, in der Lause-Champagne,

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