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Bücherschau : Politik
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Buche r s ch a u

Vücherschau

Politik

Polybios von Megalopolis, Die politischen Grundlehren. <Nr. 6210, Reclam.) Das sechste Buch von Polybios' Weltgeschichte in seinen erhaltenen Teilen. Übersetzt, ein­geleitet und mit Anmerkungen versehen von Dr. Werner Grnndig. (Bücher für staatsbürgerliche Bildung.' Herausgegeben von Dr.Richard Schmidt, Prof. des StaatS- rechts an der Universität Leipzig. 72 S.) Polybios' Auffassung des Röu-.erlums gipfelt in einem staatsrechtlichen Exkurs, der den Knotenpunkt seines Geschichtswerkes bildet. Diesen Exkursgibt für sich heraus­gelöst die neue freie Üoersetzung als ein Hauptbeispiel dos politisch-wissenschaftlichen Denkens der Antike.

Wilhelm HaSbnch, Die moderne Demokratie. Eine politische Beschreibung. -'jw,.'i>e un­veränderte Auflage. Jena 1921. Gustav Fischer. Brosch. M. 6V., geb. M, 72.. In der Wissenschaft bedarf dieses an­erkannt klassische Werk eine Würdigung nicht mehr. Wohl aber darf ein weiterer Leier­kreis darauf hingewiesen werden, dah einer unserer gebildetsten Köpfe und klügsten Menschenkenner unter den deutschen Gelehrten im Jahr 1912 angesichts der schon damals mächtigen utopischen Demokratiesehnsucht in Deutschland sein Studium auf die un­geschminkten Gesichtszüge der demokratischen Verfassung gelenkt Hai. Er schildert ihre Geschichte, ihre Gegenwart in Amerika, Frankreich und der Schweiz. Er ist nicht ihr Freund, aber kennt sie wie ein Hausarzt von innen und außen. In stiller Iurück- gezogenheit lebte Hasbach und ist vor dem Erscheinen dieser zweiten Anflage gestorben. Indem diese erscheint, kein Jahrzehnt nach der ersten, ist Deutschland selbst eine Demo­kratie geworden. Da diese ihren Hasbach oder Tacitus noch nicht gefunden hat, wird die zweite Auflage eine neue Gegenwarts­bedeutung erlangen, obwohl sie eins politische Spezies noch als exonsch beschreibt, die in­zwischen bei uns aufs auskömmlichste do­mestiziert ist.

Lebensfragen des Britischen Weltreiches.

Auf Veranlassung des Beirats für die Auslandsstudien an der Universität Berlin behandelt von Staatsminister Prof. Dr. C H. Becker, Prof. Dr. Friedrich Arie, Privatdozent Dr. Carl Brinkmcmn, Privat­dozent Dr. H. v. Glasenapp, Nechtsanwalt Dr. Joh. Hammcmn, Prof. Dr. Alfred Manss, Geh. Rat Prof. Dr. Erich Marcks, Prof. Dr. Julius Pokorny, Gouver­neur c>. D. Dr. Theodor Seitz, Berlin 1S21. E. S. Mittler u. Sohn. Brosch. M. 30, geb. M. 37.60. Ein ungemcin hochflehendes und ebenso für das Verständnis des Tages wie für die bleibende Vertiefung des geschichtlichen und Politischen Verständnisses unentbehrliches Sammelwerk. Die ersten Kapitel, von E. Marcks, F. Bris und C. Brinkmann ent­wickeln die Hauptziele der britischen NeichS- Politik, den englischen Nationalcharakter, die Stellung der englischen Arbeiter zum Welt­reich; man hat diese Kapitelein Lehrbuch der Politik gerade für uns Deutsche" genannt. Die sechs folgenden Kapitel schildern durch hervorrngende Kenner Englands Stellung in Irland, dem vorderen Orient,Indien,Kanada, Südafrika und Australien nnd geben mit der Verzweigtheit und Schwicrigkeitder englischen Weltstellung zugleich die Kräfte nnd Methoden, mit denen sie behauptet wird.

Rudert Sieger (ord. Prof. f. Geogr. an d. Univ. Graz), Der österreichische Staats­gedanke und seine geographischen Grund­lagen. (Österreichische Bücherei. Gins Sammlung aufklärender Schriften über Österreich. Herausgegeben von der Österr. waffenbrüderlichen Vereinigung zu Wien. Geleitet von Richard Ritter von Wettstein. 9. Bändchen ) Wien, Carl Fromme. 1920. 04 Seiten. 3°. M. 3.. Ein erster historisch-geographischer Kenner der Donaumonarchie, zugleich ein vorzüg­licher Darsteller, gibt hier aus der Vergangen­heit Lehren für die Zukunft der Doncm- staaten. Dcr Merker

Verantwortlicher Schriftleiter: Helmut Franke in Berlin

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