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Zweikampf oder Mord
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Zwei kämpf oder Mord

Zweikampf oder Mord

Nachfolgende kleine Alltagstragödie aus Alt- Irland entnehmen wir dem neuesten Band vvn Thule", Fünf Geschichten aus dem östlichen Nord­land. Jena, Diederichs, 1921. M. 40., gebunden M. Sö,. Dieser Band zeichnet sich weniger durch die Schilderung großer Charaktere als dnrch eine Fülle farbiger Lebensvorgänge ans. Das Schwanken zwischen Kampfesehre und brutaler Macht, in eine kurze Szene gebannt, die wie ein düsteres unentflieh- bares Schicksal verläuft, charakterisiert den Ton dieser germanischen Novellen. Die Schriftleitung

Äer Knecht des Bard sah, daß man ihnen nachritt, und sagte:Scharf reiten diese drei Männer hinter uns her."Ist das etwas Besonderes?" fragte Bard. Er antwortete:Vigfus ist dort und ich wollte, daß wir davomitten; es kann jetzt noch ohne Schande geschehen, solang wir nicht wissen, was sie wollen." Vigfus wird mich nicht selbdritt angreifen, wenn du nicht bei mir bist." Der Knecht des Bard antwortete:Ich wollte lieber, daß ich bei den Pferden bliebe und du nach Weidenspitze rittest; man kann es nicht tadeln, wenn du dorthin reitest, wo du etwas zu besorgen hast, auch kennst dir die Abficht derer noch nicht sicher, die hinterdrein reiten; aber Hlenni sagte, du solltest ihnen nicht trauen." Bard sagte:Reite voran und benachrichtige die Leute, wenn ich länger ausbleibe, als zu erwarten ist; denn es wird sich nicht schnell zwischen mir und Vigfus ent­scheiden, wenn wir zwei uns gegenüber treten; er ist aber ein zu wackerer Bursch, als daß er mich selbdritt angreifen würde. Wenn wir jedoch zwei sind und sie drei, werden sie die Überzahl ausnutzen." Nun tat der Knecht, wie Bard gesagt hatte; Bard aber hängte den Schild ab und rüstete sich zur Gegenwehr, wie es ihm an: vorteilhaftesten schien.

Ms sie nun zusammentrafen, fragte Bard, was jene vorhätten. Vigfus sagte, sie würden nicht beide lebend von dieser Begegnung reiten. Bard aber sagte, er sei bereit, wenn sie beide allein kämpfen würden;aber das ist nicht heldenhaft, daß drei auf einen losgehen!" Da sagten die Norweger, sie würden zu Hause geblieben sein, wenn sie gewußt hätten, worum es sich handle; sie er­klärten, sie dürften nicht Hilfe leisten, falls man nicht dem Bard zu Hilfe käme, da sein Begleiter weggesprengt sei. Vigfus sagte, sie sollten erst sehn, wie es ginge. Danach schlugen sie sich lange Zeit, und keiner der beiden wurde ver­wundet; aber die Aussichtendes Vigfus waren deshalb schlechter, weil er jedesmal zurückweichen mußte, bevor er zu einem Hiebe kommen konnte. Bard verteidigte sich vortrefflich mit seinem Schwert und erhielt keine Wunde. Den Norwegern erschien es sehr übel, wenn Vigfus zu Boden gestreckt sei, sie daneben stünden und Leute herbei kämen, den Bard zu helfen. Da liefen sie den Bard an und er­schlugen ihn; und er war leblos, als Hlenni mit den Seinen erschien.

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