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Drei Bilder aus Berlins Vorzeit
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Drei Bilder aus Berlins Vorzeit

Drei Bilder aus Berlins Vorzeit

Von Dorothea G. Schumacher

In Berlin ist in der Akademie der Künste soeben eine Ausstellung: „Alt- und Neu-Berlin" eröffnet worden.

Ü)er in fernsten Tagen in der Gegend des heutigen Berlins auf erhöhten! Punkte stand, der sah nichts weiter, als einen unübersehbaren Eisrücken in dumpfem Grüngrau über dem ganzen Land ausgebreitet. Da, wo im Vorder­grund der Gletscher endete — die Abschmelzung des Inlandeises war schon vor­geschritten — da strömten und quirlten unter dem mürben Eise unerschöpfliche Wassermengen in das öde Gelände hinaus.

Sich zurückziehend, ließ der Gletscher große Bänke und Hänge aus Kies, Sand und Geröll nordischer Gebirge zurück. Rudel von riesigen Tieren bevölkerten zeitweise die Randgebiete des Eises.

Auch Menschen hatten, von den Geröllhügeln herabschauend, bereits nach wirtlichen Stellen gespäht — noch vergebens. Das Wasser aber begann schon die Gegend auszugestalten und das Klima wollte sich zur Wohnlichkeit herabmildern. Spärliches Grün überzog hier und da bereits die vom Wasser geglätteten Blöcke. Abgeschlossen stehen bleibende Gewässer verwuchsen zu Teichen und Sümpfen; quirlende Ströme gesitteten sich zu kleinen Flußläufen. Wuchern­der Bewuchs kam hier und da auf und gewährte der Kreatur Unterschlupf und Nahrung. Lauschig schlössen sich die Kronen von Erlen und Birken über still­strömenden Wassern. Pappeln und Weiden befestigten den verlandenden Sumpf. Auf weißen Dünen lag dunkeler Kiefernbestand. Die vielen ziehenden, arbeitenden, quirlenden Gewässer bildeten in ihrer Gesamtheit den nach Osten gerichteten Ur- strom der Spree-Havel. Das Wasser überwog hier noch allerorten das Land: noch war nirgends Schutz und Ruhe für den schweifenden Menschen, der, von großen schrecklichen Tieren beunruhigt, hier und da auftauchte und wieder verschwand. —

An der Stelle des späteren Berlin erkannten die Wandernden wohl schon in Urzeiten die Möglichkeit eines Überganges über den Strom nach dem jenseitigen Ufer, dessen Sandhügel so hellbesonnt herüberleuchteten — — doch stärkere Lockung war noch nicht vorhanden. Noch schufen die Wasser an der Gestaltung der Gegend und Wald und Sumpf bewahrten die Zukunftsträume.

Durch unbekannte, ungezählte Jahrhunderte waren die Menschen dort auf- und abgeschweift. Die Landschaft hatte mittlerweile ein liebliches Ansehen be­kommen, sie war eine begrünte Sumpfwildnis. Endlose Waldstriche, Wiesen und lichtere Dünen begleiteten den mächtigen Strom, der die Spree damals war und dessen Fis chreichtum immer m e h r A n s i e d l er in seinen Bann lockte. Die wochenlang auf ihren Einbäumen durch grün bewachsene Wasserläufe stakenden Vorzeitmärker kehrten häusiger an bestimmte Stellen zurück, wo sich Schutz in der Wildnis auf den Werdern und Landzungen bot. dazu fischreiches Wasser und schließlich auch den Übergang zu der noch unbekannten anderen Seite mit dem lichten lockenden Höhenzuge des Barnim. Da drüben warteten ihrer Menschen, die andere Waren und Güter hatten und die zum Austausch geneigt waren! Manche Fähre wurde vom Strom fortgerissen, Mann und Pferde ertranken, Bronzewaffen und Topfkram versanken, blutiger Streit erhob sich an der Fährstelle. wo die wartenden Leute nicht handelseinig wurden oder sich vor­drängten zur überfahrt — bis endlich der Strom eine geeignetere Stelle offen-

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