Max Kirsch
nichts zu schaffen. Zur Bekämpfung der französischen Fremdenlegion wäre es jedoch angebracht, im Sinne Horrmanns weiter zu wirken. Angriffsflächen sind dafür genug vorhanden und verschiedene Meutereien in letzter Zeit deuten darauf hin, wo dieselben zu finden sind. Wenn all die Energie, die zur Bekämpfung der Anwerbung für diese Truppe auf falschem Wege unnütz und oft mit entgegengesetztem Erfolg verschwendet wird, in einen geschickten Apparat konzentriert würde, der darin bestehen müßte, geheime Verbindungen mit der Legion herzustellen und dieselbe in ihren deutschen Elementen zu zersetzen, so dürfte dieselbe in nicht zu lauger Zeit Frankreich viel zu schaffen machen und es zur Erkenntnis bringe, daß es unpraktisch sei, noch weiterhin unzuverlässige Angehörige eines unwürdig behandelten Feindes für seine imperialistischen Ziele zu verwenden. Bei den heute herrschenden Verhältnissen könnte dieser Weg leicht eingeschlagen w:rden. Wir haben genug echt national denkende und gewandte Menschen, mit gutem Führer- talsnt und starker Suggestionskraft, die als ausübende Agenten in Frage kämen. Für solche Männer, die sich in oben genannter Absicht anwerben lassen müßten, würde die Fremdenlegion ein wahrhaftes Abenteuer und eine dankbare Aufgabe bedeuten. Nirgends ist so viel Unzufriedenheit und revolutionäre Stimmung aufgespeichert, wie in dieser unfreien Söldnerschar. Es fehlt nur der zündende Funke. Jetzt, da in Europa der Begriff Disziplin überall locker geworden ist und ein bolschewistisches Gären durch die ganze Welt geht, ist der geeignetste Moment zu solch einem Unternehmen da. Dadurch würde der Legion auch bald dieser Schleier genommen, auf den die meisten Deutsche,» hereinfallen. Er konnte nur möglich sein durch die Kluft der Unwissenheit, die uns von der Erkenntnis der wahren Zustände trennte. Vor Aüsbruch des Krieges, als wir noch mit Frankreich im Frieden lebten und der Begriff münner- mordendcn Kampfes für den größten Teil unseres Volkes noch ein erhebender war, konnte man den Abenteurertricb zur Fremdenlegion verstehen. Heute aber, da ein jeder die fürchterlichen Jahre gewaltigsten Ringens überlebt hat, darf es doch niemanden mehr reizen, gegen ein Volk zn kämpfen, das durch den gemeinsamen Feind und die Art, wie es seine Freiheit verteidigt, unsere Svmpn- thicen verdient.
Für jeden Deutschen aller Parteien muß es also schon vom rein menschlichen Standpunkt eine Schande sein, Fremdenlegionär zu werden. Dies durch Zerstreuung aller Ammenmärchen sowie rücksichtsloses an den Prangerstellen eines jeden, der „gegen seinen Willen" sich anwerben lassen „mußte", besonders unserer Jugend zum Verständnis zu bringen, das sollte hauptsächlich die Aufgabe einer! aufgeklärten deutschen Presse 'sein.
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