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Mein Abschied : 1. Die Angaben des Herrn v. Bethmann
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Mein Abschied

Mein Abschied

Von Großadmiral v. Tirpitz

1. Die Angaben des Herrn v. Bethmann

^ei der Verteidigung seines inner- und außenpolitischen Systems, welche Herr von Bethmann im 2. Teil seinerBetrachtungen zum Weltkrieg" fortsetzt, sind dem Verfasser unter der Schutzdecke einer glänzenden Diktion doch eine so große Anzahl von Trugschlüssen und Irrtümern unterlaufen, daß eS aus historischen Gründen notwendig werden wird, sie gelegentlich klarzustellen. Da ich in meinen Erinnerungen" diesesSystem Bethmann", welches seine Kanzlerschaft über­dauert hat und eine der Hauptursachen unserer heutigen Lage bildet, scharf au­gegriffen habe, so verüble ich es Herrn v, Bethinauu persönlich keineswegs, wenn er in seinem nachgelassenen Werke mich und meine Amtstätigkeit scharf mitnimmt. Die große Not der Gegenwart macht im übrigen andere Arbeiten drin­gender als die Widerlegung Bethmannscher Behauptungen. Um einer Legenden­bildung vorzubeugen, halte ich es aber für notwendig, die Darstellung, welche Bethmann von den Gründen meines Abschieds gibt, als völlig unzutreffend und den Tatsachen widersprechend zu bezeichnen, Bethmann hat sie schon seit Jahren, mit solcher Bestimmtheit verbreitet, daß auch z. B, Dr. Helsfcrich, wie ans seinem Buche hervorgeht, an ihre Richtigkeit geglaubt hat.

Bethmann behauptet (Seite 223), daß die Pressekoutrolle bei der Marine im Gegensatz zur Armee nicht in den Händen des Admiralstabes, sondern des Neichsmarineamtes gelegen habe. Er selbst habe dann Aufcmg März 1916 beim Kaiser die Übertragung auf den Admiralstab bewirkt, und so fügte er dann in der ihm eigentümlichen Art, zu insinuieren, hinzu, er hoffte durch diese Ände­rung wirksamer als bisher die Pressehetze,die auch mit persönlichen Schmähun­gen des Kaisers" nicht mehr zurückhielt, unterbinden zu können. Diese von ihm veranlaßte Nessortändernng hätte alsdann mein Rücktrittsgesuch veranlaßt. Tatsache" dagegen ist, daß gemäß den vom Kaiser schon im Frieden genehmigten Mobil?»achnngsbestimmungen die Pressekontrolle am ersten Mobil- machuugslage vom Mariueamt ans den Admiralstab überzugehen hatte und am 2, August 1914 übergegangen ist. Sämtliche Znstimmnngen für Presseartikel sind mithin vom Chef des Admiralstabes bzw. dessen Vertreter gezeichnet wor­den. Das Marineamt war daher bei dieser Aufgabe völlig unbeteiligt, >md auch persönlich hielt ich mich von unserer Presse vollständig zurück.

Wie mir mein Vertreter im Großen Hauptquartier, Kapitän Mann, im März 1916 meldete, schwebten in jenen Tagen Erwägungen zwischen dem Reichs­kanzler, dem Kabinettschef und Admiral Holtzendorff, auf welche Weise ich zum Abschied genötigt werden könnte. Die Richtigkeit dieser Meldpng ist mir später von einem andern Offizier bestätigt worden. Ein Artikel der ^Deutschen Tages-

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